Jene Gegend im Norden Afrikas, die für Weidetiere nicht taugt, unfruchtbares Land ist und die ein muslimisches Sprichwort als "Allahs Garten" bezeichnet , nennen arabische Nomadenstämme nach der Farbe des Sandes "esssahra", die große Wüste, die ein Drittel des Kontinents bedeckt. Einer jener Abenteurer, die sich im 19. Jahrhundert aufmachten, die Sahara zu erkunden, nach den geheimnisvollen Quellen des Nils zu suchen oder Timbuktu, jenen sagenumwobenen Ort im Wüstensand zu entdecken, war Gerhard Rohlfs (1831-1896). Rainer K. Langner verknüpft die aufregende Lebensgeschichte dieses Mannes mit der "Biografie" der Sahara und verbindet Natur- und Kulturgeschichte Afrikas, gespiegelt am Kampf eines Mannes gegen sich selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.07.2004
Rezensent Andreas Eckert hält Rainer-K. Langners Biografie des Saharaforschers Gerhard Rohlfs für ein ganz "vorzügliches Buch". Eckert lobt, dass Langner die Biografie "geschickt" mit den Lebenswegen anderer "Entdecker" verknüpft, und sich das Buch somit auch als "Sozial- und Kulturgeschichte des Afrikareisens" in der vorkolonialen Zeit lesen lasse. Außerdem ergebe es auch eine passable "Geschichte der Sahara". Ansonsten befasst sich der Rezensent weniger mit dem Buch, als mit Rohlfs selbst. 1831 geboren in Vegesack bei Bremen, zog es Gerhard Rohlfs "nach einer als öde empfundenen Kindheit und Jugend" zum Militär, erzählt Eckert. Ein angefangenes Medizinstudium brach er ab, um als Fremdenlegionär in Nordafrika zu kämpfen. Nach vier Jahren schied er aus und fasste in Marokko den Entschluss, Timbuktu, das damals als sagenumwobene "goldene Stadt" galt, "zu entdecken". Die erste Reise war ein Fehlschlag; jedoch wurden Auszüge seines Reisetagebuchs in vielgelesenen geografischen Zeitschriften veröffentlicht, was die "Rohlfs'schen Abenteuer" zu "Forschungsreisen" aufwertete. Schnell fanden sich Geldgeber für weitere Expeditionen , die zwar ebenfalls Fehlschläge waren, aber zu sehr erfolgreichen Reiseberichten führten, die Rohlfs in Deutschland "Wohlstand und hohe Popularität" verschafften. Rezensent Eckert würdigt Rohlfs als wichtigen Anreger für Geografie und Völkerkunde, merkt jedoch kritisch an, dass Rohlfs die "Geschichte und Kultur Afrikas" immer "weitgehend ignorierte".
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