Paul Veyne

Als unsere Welt christlich wurde (312-394)

Aufstieg einer Sekte zur Weltmacht
Cover: Als unsere Welt christlich wurde (312-394)
C. H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406570643
Gebunden, 223 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Matthias Grässlin. Wie und warum wurde aus dem heidnischen römischen Reich ein christliches? Wie war es möglich, daß die Christen, eben noch blutig verfolgt und als Staatsfeinde gebrandmarkt, plötzlich, am 28. Oktober 312, den römischen Kaiser selbst in ihren Reihen begrüßen durften und danach innerhalb weniger Generationen das Christentum Staatsreligion wurde? Ein kluger, unterhaltsamer Essay über eine Revolution im 4. Jahrhundert, die aus einem vielfältig heidnischen Europa ein christliches machte. Was wäre aus der kleinen unterdrückten christlichen Sekte geworden, wenn Kaiser Konstantin nicht diese Religion angenommen hätte? Wäre alles anders gekommen? Gäbe es heute ein Europa, das sich gerne als christlich präsentiert, wäre es säkularer, wäre es islamisch oder heidnisch? Die Fragen, die der französische Althistoriker Paul Veyne aufgreift, betreffen ein für Europa entscheidendes Jahrhundert: Was machte den christlichen Glauben für den Kaiser so attraktiv? Welche Art von Avantgarde repräsentierten die Christen für ihn? Welche Veränderung durchlief der schon vorhandene heidnische Antisemitismus? Welche Rolle spielte die Idee des Monotheismus? Und nicht zuletzt: Was bedeutete die Frage nach dem "wahren" Glauben, die die Christen mit solcher Vehemenz stellten?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2009

Wolfgang Schuller schätzt Paul Veynes Buch über den Aufstieg des Christentums im vierten Jahrhundert, auch wenn er nicht immer mit dem Historiker einer Meinung ist. Die Bekehrung Konstantins zum Christentum und seine Gläubigkeit hält er keineswegs für eine so selbstverständliche Tatsache wie der Autor, ist sie doch in der Forschung überaus umstritten. Auch dass gerade der zur Gewalt neigende Konstantin das Christentum friedlich verbreiten wollte, scheint ihm fraglich. Auf der anderen Seite lobt er die erhellenden und detaillierten Ausführungen über die Einzigartigkeit des Christentums in der Antike.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2008

Ganz angetan zeigt sich der hier rezensierende, an der Uni Tübingen lehrende Althistoriker Mischa Meier von Paul Veynes Buch über den Aufstieg des Christentums zur Weltmacht. Er schätzt den französischen Althistoriker und Sozialwissenschaftler für seine konzise und erhellende Darstellung sowie für seine "provokativ und anschaulich" vorgetragenen Thesen - selbst wenn er nicht immer mit ihnen übereinstimmt. In Veynes vorliegender Arbeit sieht er vor allem ein Buch über Konstantin, der 312 zum Christentum konvertierte und den Boden für den Sieg dieser Religion legte. Dabei hält Meier dem Autor allerdings vor, mangels Quellenkritik einige legendenhafte Ereignisse wie Tatsachen erscheinen zu lassen, ein Umstand, der seines Erachtens ein wenig an Veynes "radikalem Konstantin-Bild" nagt. Nichtsdestoweniger bescheinigt er dem Autor, mit seinen Thesen viel "Diskussionsstoff" zu bieten. Das Buch hat er jedenfalls mit großem Gewinn gelesen.
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