Chronik des Rotary Club München zum 75. Jubiläum seiner Gründung unter besonderer Berücksichtigung der NS-Zeit. Mit Beiträgen von Benno Keim und Walther Meuschel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2003
Der Rezensent mit dem Kürzel ff sieht in dieser Chronik des Rotary Clubs Münchens ein Paradebeispiel für die "Kapitulation einer bürgerlichen Elite vor dem nationalsozialistischen Regime". Die Appeasement-Politik des Clubs, der mit "eilfertigen Ausschlüssen von Mitgliedern und Anbiederung an die neuen Herrscher reagierte" - zum Beispiel wurde Thomas Mann gleich 1933 ausgeschlossen - nutzte der Vereinigung wenig: 1937 löste sich der Rotary Club nach Druck von außen auf. Die Akten, die der Autor Paul U. Unschuld für seine Chronik benutzte, lagerten in der DDR und sind seit der Wiedervereinigung Teil des Geheimem Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Sie vermitteln nach Meinung der Rezensenten einen interessanten Einblick in den Prozess, wie "Anpassung in einer Diktatur zu einem moralischen Bankrott führen kann". Lobenswert findet ff auch, dass der Rotary Club die Studie selbst herausgegeben hat und "damit ein Zeichen für eine noch immer nicht selbstverständliche Erinnerungskultur setzt".
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