Aus dem Englischen von H. Allgeier. Kaum jemand dürfte berufener sein, die Wirtschaftspolitik der Bush-Regierung und den wirtschaftlichen Status der USA anzuprangern, als Paul Krugman, der Starökonom und Leitartikler der New York Times. In diesem seit langem erwarteten Buch zeichnet er das Bild der wirtschaftlichen Auflösung in den USA seit dem Ende der Boom-Economy und geißelt die schamlose Interessenpolitik der US-Regierung. Dieses Buch ist mehr als eine düstere Bestandsaufnahme der amerikanischen Wirtschaft: Es ist eine eindrucksvolle Abrechnung mit der Bush-Regierung, der Krugman nicht nur Unvermögen, sondern auch eiskalte Interessenpolitik vorwirft. Das kaltschnäuzige Vorgehen im Interesse der reichen republikanischen Wählerklientel wird von ihm als Revolution von rechts gegeißelt.
Recht angetan zeigt sich Rezensent Warnfried Dettling von dieser "intelligenten Streitschrift" gegen George W. Bush, die mit einer von innen kommenden Kritik der US-amerikanischen Politik aufwartet. Als "einzigartige, fast solitäre Institution der Kritik" beschreibt Dettling den Autor Paul Krugman. Dieser räume der Analyse der wirtschaftlichen Fehlentwicklungen unter Bush breiten Raum ein, um zu zeigen, dass die politische Krise der USA primär hausgemacht ist - durch das Versagen der Eliten in Politik und Wirtschaft, durch korrupte Manager, durch eine Politik, die auf radikale Steuersenkungen zugunsten der Reichen gesetzt und damit eine "schamlose Interessenpolitik" betrieben haben. Insbesondere aus europäischer Perspektive reizvoll erscheint Dettling die Beschreibung der US-Politik als "Revolution von rechts", in der sich eine entschlossene Minderheit gegen jede gegenläufige Erfahrung durch bewaffnete Heilslehren immunisiert habe. Damit rege Krugman zum Nachdenken über mögliche Schwächen liberaler Demokratien an. Zwar findet Dettling bei Krugman manches überzeichnet. Auch blieben durchaus Fragen offen. Alles in allem aber hält Dettling das Buch für recht lesenswert, zumal es zum weiterdenken anregt.
Einen kampfeslustigeren und prominenteren Feind als den Ökonomen und New-York-Times-Kolumnisten Paul Krugman hat die US-Regierung unter Führung von George W. Bush derzeit kaum, so der Rezensent Reinhard Blomert. Es gebe beinahe nichts, das er ihr nicht zutraut - von Vetternwirtschaft über Lügen und Wahlfälschungen zu totaler wirtschaftlicher Inkompetenz - und er nehme dabei ganz gewiss kein Blatt vor den Mund. Auch nicht in diesem Buch, das Krugmans Zeitungskolumnen versammle. Der Rezensent macht nun seinerseits nicht die mindesten Anstalten, Krugman da zu widersprechen, er stellt im Gegenteil fest: "Die Indizien, aus denen Krugman seine Auffassungen gewinnt, liegen keineswegs im Verborgenen, man muss nur hinschauen."
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