Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751820851 Gebunden, 330 Seiten, 34,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Kevin Vennemann. Mit einem Vorwort von Cord Riechelmann. Viele Jahre lang ist Paul Kingsnorth ein leidenschaftlicher Umweltschützer, er blockierte, er protestierte, er kämpfte. Doch dann beginnt die Umweltbewegung damit, sich auf die viel beschworene Nachhaltigkeit zu konzentrieren, statt wilde Orte um ihrer selbst willen zu verteidigen. Und als sich die natürlichen Bestände - Wälder, Flüsse, Meere - zusehends verschlechtern, wächst in ihm nicht nur die Trauer um diese schwindenden Gemeingüter, sondern auch eine Enttäuschung über die Bewegung, der er einst selbst angehörte. Und er stellt sich die Frage, wie wir bisher gelebt haben, wie wir leben sollen und wie wir gelebt haben werden.
Ganz und gar nichts hält Rezensentin Heike Holdinghausen von diesem Buch. Paul Kingsnorth, laut Klappentext "die dunkle Stimme der Ökologie-Bewegung" hat die hier versammelten Texte mehrheitlich vor 2016 geschrieben, zu einer Zeit also, als die jüngsten Zuspitzungen einer auf alle ökologischen Fragen pfeifenden Weltpolitik noch in der Zukunft lagen. Aber das entschuldigt in den Augen der Rezensentin nicht, wie einfach es sich Kingsnorth in diesem Buch macht. Der Autor schreibt darüber, wie er sich von aktivistischen Positionen abgewendet hat, da er die Welt ohnehin bereits für verloren hält. Es geht ihm nicht mehr um eine Beschreibung der Gegenwart, sondern um neue Erzählungen, die die Welt nicht mehr als eine Maschine beschreiben. Letztlich schreibt Kingsnorth, so Holdinghausen, doch wieder wie ein Aktivist, wenn er immer wieder klare Gegensätze etabliert, etwa den zwischen Zahlenmenschen und Dichtern. Die "wütende Enttäuschung eines vorerst Gescheiterten", die sich in diesem Buch artikuliert, ist für Holdinghausen letztlich schlicht keine relevante Position angesichts der realen Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind.
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