Aus dem Portugieischen von Nicolai von Schweder-Schreiner. Was muss geschehen, damit drei verfeindete Frauen zu Verbündeten werden? Die Stimmen des Yucumã erzählt von willensstarken Frauen, verfeindeten Familien und einem gemeinsamen Kampf um das Überleben der Natur. Turvo-Nationalpark, Rio Grande do Sul, an der brasilianisch-argentinischen Grenze: Hier stoßen drei Frauen aufeinander, die gemeinsam aufgewachsen sind und deren Familien sich bis aufs Blut hassen: die Parkrangerin Chaya, ihre Cousine Preta, die Anführerin einer gefürchteten Gruppe von Jägerinnen und Schmugglern, und Olga, die Assistentin eines gierigen Kongressabgeordneten. Ein umstrittenes Bauprojekt, das das gesamte Ökosystem des Parks und der Bewohner in Gefahr bringt, sorgt für ein unerwartetes Wiedersehen der drei Frauen. Nach Jahrzehnte währenden Fehden müssen sie plötzlich für eine gemeinsame Zukunft ihrer Heimat kämpfen. Wer sie dabei immerzu begleitet: der Geist des Urahnen Sarampião, der den Nationalpark vielleicht nie verlassen hat …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2025
Ausgangspunkt dieses insgesamt starken Buches ist laut Rezensent Florian Borchmeyer der Rio Uruguai, ein Fluss, an dem die Autorin Morgana Kretzmann lebt, und dessen trübe Fluten ihr Buch metaphorisch verarbeitet. Eine komplexe Geschichte siedelt Kretzmann an diesem Strom an, die drei Hauptfiguren, so die Inhaltszusammenfassung, sind Frauen, nämlich die Rangerin Chaya, die für die Erhaltung eines Nationalparks kämpft, die Rebellin und Banditin Preta, sowie die Journalistin Olga, die gegen ihren Willen in schmutzige Geschäfte verstrickt ist. Diese drei Frauen sind untereinander verfeindet, fährt Borchmeyer fort. Auch ein Geist taucht auf, insgesamt fügt sich das alles zu einem Genregemisch, das an García Márquez erinnert, aber auch an die Krimis Raymond Chandlers und gar an Western, erkennt der Rezensent. Hier und da kratzen manche Formulierungen am Kitsch, gibt Borchmeyer zu, aber solche kleinen stilistischen Ausrutscher verzeiht er diesem soghaften und gleichzeitig hochpolitischen Buch gern.
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