Hermann Esser (1900-1981) stieß schon im Alter von 19 Jahren zu Hitler. Nach diesem war er bis 1923 der aktivste Redner für die NSDAP. Er wurde Redakteur des "Völkischen Beobachters" und ab 1926 Leiter des "Illustrierten Beobachters". Neben Hitler und Julius Streicher war er der bösartigste Hetzer gegen die Juden. 1933 wurde er Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und 1934 Staatsminister für Wirtschaft. Seit 1936 war er der führende Funktionär des Fremdenverkehrswesens. Esser, der viel Privates über Hitler wusste, blieb bis zum Schluss sein treuer Anhänger.
Eine material- und erkenntnisreiche Studie zu Hermann Esser legt Paul Hoser Rezensentin Karina Urbach zufolge hier vor. Herrmann Esser war ein Nazi der ersten Stunde, ein Jugendfreund Hitlers, der dem späteren Reichskanzler in den frühen 1920er Jahren den Einpeitscher gab und mit wenigen Unterbrechungen bis 1945 ein enger persönlicher Vertrauter Hitlers blieb. Außerdem war er ein glühender Antisemit, erfahren wir, schon in den 1920ern erging er sich in judenfeindlichen Vernichtungsfantasien, in der Nazizeit wurde er zum Staatssekretär für den Fremdenverkehr erkoren, in den inneren Kreis der Macht stieß er jedoch nicht vor. Laut Hoser lag das das vor allem an Essers Faulheit lag, über die sich Nazikollegen oftmals mokierten. Mit Hitlers Frauengeschichten war Esser freilich wohl vertraut, im Buch finden sich einige Spekulationen sowohl über Hitlers erotische Vorlieben als auch über die mögliche Impotenz des Führers, wobei Hoser in dieser Hinsicht keine gesicherten Erkenntnisse vorlegen kann. Das liegt daran, dass Esser ein notorischer Lügner war, erklärt die Rezensentin. Sie hebt hervor, dass die akribischen Archivrecherchen des Autors es aber nun nachträglich ermöglichen, in vielen Fällen die Spreu vom Weizen zu trennen.
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