Paul Davies

Das fünfte Wunder

Auf der Suche nach dem Ursprung des Lebens
Scherz Verlag, Bern - München 2000
ISBN 9783502151630
gebunden, 319 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernd Seligmann. Forscher, führend unter ihnen der Deutsche Karl Stetter, haben in nach unseren Vorstellungen völlig lebensfeindlichen Bedingungen - auf dem Grund des Meeres, in der Nähe heisser Vulkankamine und in tiefen Felsschichten - Bakterien gefunden, die ohne Sonnenlicht und organische Nahrung auskommen, die Steine fressen und hitze-, kälte- und strahlungresistent sind, sogenannte Superbugs. Paul Davies sieht in diesen frühen Lebensformen die Garanten für die Panspermiethese, nach der Leben in Form von "schlafenden" Bakteriensporen von Planet zu Planet reist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Ulf von Rauchhaupt beschäftigt sich mit zwei Neuerscheinungen, die - mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen - über den Ursprung des Lebens philosophieren.
1) Paul Davies: "Das fünfte Wunder"
In höchsten Tönen schwärmt der Rezensent von der ins Deutsche übertragenen Studie "Das fünfte Wunder" des australischen Physikers Paul Davies. Der Titel ist der Genesis entlehnt, und doch hält sich Davies an die "harten Fakten", wenn er detailliert den derzeitigen Forschungsstand des interdisziplinären Themas wiedergibt. Allerdings hebt Ulf von Rauchhaupt in seiner Kritik hervor, daß auch Davies die wissenschaftlichen Erkenntnisse von ihrer Interpretation nicht trennen kann: die Entstehung des Lebens mag ein "haarsträubend unwahrscheinlicher Zufall" gewesen sein oder "so natürlich wie die Bildung von Salzkristallen". Aus quasi theologischen Gründen plädiere Davies für die zweite Alternative. Beinahe erstaunt konstatiert von Rauchhaupt, wie abstrakt die spannendsten Aspekte des Themas seien und lobt zugleich Davies` "pointierte, präzise und lesbare" Schilderung.
2) Peter D. Ward, Donald Brownlee: "Rare Earth". Dieses Buch ist nicht übersetzt.
Als "wunderbare Ergänzung" zu Paul Davies` "Das fünfte Wunder" empfiehlt Ulf von Rauchhaupt das Buch "Rare Earth" des Paläontologen Peter Ward und des Astronomen Donald Brownlee. Unterstellt die junge, bei der NASA in einem eigenen Institut betriebene Disziplin der Astrobiologie die Existenz außerirdischer Lebensformen, so stelle die Abhandlung von Ward und Brownlee diese These in Zweifel. Der Rezensent hebt ihre ungewöhnliche Begründung hervor: Nicht die Entstehung von Einzellern sei das Problem, als vielmehr deren Höherentwicklung. Die irdische Evolution brauchte Milliarden von Jahren, um in der "kambrischen Explosion" die ersten vielzelligen Tiere hervorzubringen. Brownlee und Ward halten es daher für möglich, daß die Erde "der einzige von höheren Tieren bevölkerte Planet im gesamten Universum" sei. Von Rauchhaupt, der das Buch eher nüchtern rezensiert, läßt Skepsis durchblicken. Zu tief sei "der Raum der Möglichkeiten, an die keiner gedacht hat."
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