Gerhard Neuweiler

Und wir sind es doch:

Die Krone der Evolution
Cover: Und wir sind es doch:
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783803151773
Gebunden, 252 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

In der Evolution darf es - so die heute vorherrschende Lehrmeinung - keinen Fortschritt geben. In wichtigen Büchern zur Evolutionsforschung kommt der Begriff gar nicht vor, und der bekannte Biologe Stephen Jay Gould hält Fortschritt für eine gesellschaftliche Fiktion. Auch Darwin leugnete den Fortschritt in der Evolution, war aber von der Tatsache beeindruckt, dass im Ablauf der Erdperioden jüngere Organismen den früheren überlegen seien. Dabei muss man die Augen schon krampfhaft verschließen, um den Fortschritt in der Evolution nicht zu sehen. Der Neurobiologe Gerhard Neuweiler zeigt, wie die Evolution ihre Geschöpfe seit den ersten Organismen vom Einfachen zum Komplexen führt. Dieser Fortschritt gipfelt im menschlichen Gehirn. Im Menschen emanzipiert sich die Evolution, denn er ist das einzige Lebewesen, das die Werkzeuge der Evolution in die Hände nehmen und der natürlichen eine eigene, humane Welt entgegensetzen kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2009

Horst Bredekamp wertet das Buch des im letzten Jahr gestorbenen Fledermausforschers und Verhaltensbiologen Gerhard Neuweiler als ausgewachsenen Tabubruch, kulturwissenschaftlich äußerst brisante Stellungnahme und schließlich, trotz der darin enthaltenen Darwin-Kritik, als wohl wichtigsten "Beitrag zum Darwin-Jahr". Der provokante, auf Galilei abzielende Titel werde wahrscheinlich verhindern, dass dieses Buch die ihm gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wird, bedauert Bredekamp. Er findet nämlich, dass Neuweiler eine hervorragende und auch die neueste Forschung berücksichtigende Arbeit geschrieben hat, die die singuläre Stellung des Menschen in seiner Fähigkeit zur Kunst, zur Sprache und zur motorischen Geschicklichkeit festmacht. Besonders mutig scheint Bredekamp Neuweilers Betonung des "Fortschritts gegenüber der Kontingenz", seine Hervorhebung des "Altruismus", des Gedächtnisses und der Freiheit des Willens" als Charakteristika des Menschen, die diesen als "Krone der Evolution" ausweisen, wie der Autor argumentiert. Dabei sei für Neuweiler diese Ausnahmestellung des Menschen - dies erscheint ihm als die eigentliche Provokation in diesem Buch - keineswegs theologisch begründet und werde vor allem als große Verantwortung begriffen, so der Rezensent höchst interessiert.

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