Aus dem Englischen von Barbara Rojahn-Deyk. Jeanie glaubt, dass sie tot ist, aber sie ist sich nicht sicher. Sie ist eigentlich ganz normal, aber wenn man sie darum bittet, Tiere mit vier Beinen aufzuzählen, dann gerät sie in Verlegenheit. Aus irgendeinem Grund fallen ihr nur dreibeinige Tiere ein. Naomi ist 19 und möchte unbedingt nach Australien. Aber sie muss erst diesen Eingriff hinter sich bringen, der sie endlich von ihren immer heftigeren epileptischen Anfällen befreien soll. Leider sind die Neurologen nicht sicher, welchen Teil von ihrem Gehirn sie entfernen sollen. Wenn sie einen Fehler machen, wird Naomis Gedächtnis für immer 19 Jahre alt bleiben. Paul Broks schildert in seinem Buch ganz gewöhnliche Menschen, die außergewöhnliche Probleme haben. Etwas stimmt nicht mit ihrem Gehirn - oder mit ihrem Bewusstsein. Oder mit beidem. Aber sein Buch ist keine Freakshow, sondern viel mehr eine Meditation über den Zusammenhang zwischen Körper und Seele und über die unergründlichen Geheimnisse der Identität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2004
Paul Broks' Buch steht deutlich in der Tradition der neuro-pathologischen Fallgeschichten von Oliver Sacks, stellt Manuela Lenzen fest, allerdings sei das hier die deutlich "düsterere" Version. Ob Broks Menschen mit dem Cotard-Syndrom vorstellt, die glauben, dass sie tot sind und manchmal darum bitten "begraben zu werden"; oder einen Mann der seine Gitarre packt und Frau und Kind verlässt, um sich erst nach einer Tumor-Operation Jahre später an sie zu erinnern: Große Hoffnung auf Besserung, auf Heilung lässt Broks, der sich in der klinischen Praxis besser auskennt als mit philosophischen Höhenflügen, wie Lenzen meint, allermeist nicht. Vor den vollmundigen Versprechungen der Neurochirurgie warnt er ausdrücklich. Das alles aber ist dennoch, versichert die Rezensentin, ganz außerordentlich "lesenswert".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
Einfach "hinreißend" findet Caroline Neubaur Paul Broks' Buch, mit dem er sich aufmacht, das Reich der Neuropsychologie zu durchschreiten. Der Leser werde aufgefordert, zu sehen, dass der menschliche Geist sich nicht in das "Denkmodell des Determinismus" pressen lässt, und obwohl Broks nicht "mysteriengläubig" sei, gehe er doch auf beeindruckende Art und Weise mit Mysteriösem um. Broks habe nicht nur das Talent, ein "wunderbares" Buch zu schreiben, sondern auch, seine Leser "wunderbar" zu beruhigen. Er nehme der Neurophysiologie die Brisanz, indem er den menschlichen Geist nicht einfach mit den Gehirnaktivitäten gleichsetze. Der Mensch bleibe Geheimnis, "auch oder gerade ohne" Metaphysik. Und so jubelt die Rezensentin noch einmal: "Wie beruhigend. Wie wunderbar."
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