Patrick Tschan

Polarrot

Roman
Cover: Polarrot
Braumüller Verlag, Wien 2012
ISBN 9783992000692
Gebunden, 345 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

1929: Jack Breiter ist alles andere als ein Glückskind. In eine arme Schweizer Bauernfamilie geboren, will er unbedingt nach oben. Erst als glückloser Heiratsschwindler im noblen Palace Hotel in St. Moritz, später als Handelsvertreter beim Chemiekonzern Gugy. Zunächst mit glänzendem Erfolg: Dank des Reichsbeflaggungsgesetzes von 1935 verkauft Breiter Hektoliter um Hektoliter der Farbe "Polarrot" für die Hakenkreuzfahne. Er wird rasch zum Starverkäufer der Firma. Doch dann verliebt er sich in die Frau seines Chefs, eine Halbjüdin, und lässt sich ihr zuliebe auf ein riskantes Goldschmuggel-Unterfangen ein. Prompt wird Breiter ertappt - und plötzlich ist es mit dem Spaß vorbei...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2013

Patrick Tschans "Polarrot" ist ein Schelmenroman, dessen humorloser Protagonist Jakob Breiter sich in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus dem "Schlamm der Bauernschweiz" hochstapeln möchte und sich dabei von keinem moralischen Ballast beschwert wissen will, berichtet Hans-Peter Kunisch. Anfangs ist das Buch durchaus amüsant, verrät der Rezensent, und Tschan hat ihm auch eine interessante historische Grundierung verpasst, aber im Verlauf der Geschichte findet Kunisch die Zusammenhänge zu fadenscheinig, zu sehr greift der Zufall Jakob Breiter unter die Arme. Dass der, nachdem er dem Onkel seiner Geliebten dabei geholfen hat, Gold aus Deutschland in die Schweiz zu schaffen, beim Schmuggeln erwischt und von den Deutschen direkt nach Dachau verfrachtet wird, scheint Kunisch unrealistisch, genauso wie die Fügung, die sie alle, Jakob und die Geliebte samt Onkel, später nach Tel-Aviv verschlägt.
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