Patrick Leigh Fermor

Mani

Reise ins unentdeckte Griechenland
Cover: Mani
Otto Müller Verlag, Salzburg 2001
ISBN 9783701310326
Kartoniert, 423 Seiten, 22,24 EUR

Klappentext

Mani: eine steinige Halbinsel des Pelopones, die vom übrigen Festland durch das Massiv des Taigetos abgeschnitten ist und die zum südlichsten Punkt des europäischen Mittelmeerraums führt. Die Welt der Odyssee ist in dieser Region noch lebendig, und die Koexistenz der altgriechischen Götter mit den christlichen Heiligen bewährt sich wie kaum an einem Ort...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Karl-Markus Gauß ist beglückt, dass dieses 1958 im Original erschienene Buch nun endlich wieder neu aufgelegt wurde. Fermors Begeisterung für diese Gegend Griechenlands scheint dem Rezensenten überaus verständlich, sein Entsetzen über Moderne und Tourismus nur teilweise. Schließlich sei Mani zwar mittlerweile "touristisch erschlossen, aber doch beileibe nicht ruiniert". Dennoch zeichne der Autor ein äußerst einfühlsames Porträt des südlichen Teils des Peloponnes, mit einem guten Blick für Flora und Fauna und die Landschaft. Zudem gebe Fermor zwar viel kulturhistorisches Wissen preis, sei dabei aber nicht schulmeisterisch, und gebe sehr einfühlsame Beschreibungen der Bewohner, lobt Gauß.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2001

In einer Doppelrezension bespricht Angelika Overath zwei Bücher des britischen Schriftstellers Patrick Leigh Fermor, der - wie sie anmerkt - in Deutschland fast ausschließlich als Sachbuchautor bekannt ist. Aber auch ihn einen "Reiseschriftsteller" zu nennen, ist nach Overath nicht wirklich zutreffend. Vielmehr handele es sich hier um ein "persönliches Sich-Aussetzen", um das Erleben und Beschreiben von Eindrücken großer Intensität.
1.) Patrick Leigh Fermor: "Mani. Reise ins unentdeckte Griechenland"
Nach Overath ist dieses erstmals 1958 erschienene Buch "konkret und subjektiv zugleich, geprägt durch die persönliche Anteilnahme" an diesem Landstrich. Die Mischung zwischen Alltagsbeobachtungen und "kulturhistorischen Abschweifungen, etymologischen und kunstkritischen Studien" und Vermutungen, scheint der Rezensentin überaus zu gefallen. Auch viele Bräuche, die noch aus der Antike stammen, habe Fermor entdeckt und beschrieben und auch Ausflüge in die Geschichte unternommen. Die Rezensentin bescheinigt Fermor, "das besessene Auge des Ethnographen und den Sinn des Historikers für heimliche Traditionen" zu haben, der schon frühzeitig für das Einfache plädiert habe, angesichts des Ruins zahlreicher nie wieder ersetzbarer Dinge. Und so ist dieses "brillant geschriebene, gelehrte, sinnliche Buch" für Overath nicht zuletzt ein Buch, das den Leser zwingt, über die Folgen von Tourismus und Spaßkultur nachzudenken. In mancherlei Hinsicht sei es gar ein religiöses Buch geworden, findet die Rezensentin, denn es "umfasst Verlust und Verheißung (...), Vergänglichkeit und Tod".
2.) Ders.: "Reise in die Stille. Zu Gast in Klöstern"
Über dieses Buch sagt Overath vergleichsweise wenig, doch erklärt sie dem Leser, dass Fermor diese Klöster "nicht als ein Gläubiger" aufgesucht hat, sondern um "über den Umweg ritualisierter Lebensformen 'Licht', 'Frieden', 'Glückseligkeit'" für seine Arbeit zu finden. Die Lektüre dieses Buchs, das - wie der Leser erfährt - nun zum ersten Mal auf Deutsch erschienen ist, macht nach Overath besser verständlich, warum der Autor "das 'unentdeckte' Griechenland der Mani betrat wie einen sakralen Raum".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2001

Rundum begeistert zeigt sich der Rezensent mit dem Kürzel "G.W.M" von diesem "originellen und außerordentlichem Werk", das zwar schon in den fünfziger Jahren verfasst wurde, aber dennoch nichts von seiner Lebendigkeit eingebüßt habe. Mani, eine der Landzungen des Peleponnes, ist - wie der Leser erfährt - von Massentourismus bisher verschont geblieben. Und so stimmt "G.W.M." dem Autor zu, dass es sich hier nicht im eigentlichen Sinne um einen Reiseführer handelt, sondern um ein Porträt des weithin unerforschten Landstrichs. Der Rezensent stellt den Autor als ausgesprochenen Kenner des "antiken und neuen Griechenlands" vor, der schon seit langem dort lebt. Und so hat "G.W.M" offenbar viel Erstaunliches über Mani erfahren können, etwa welch große Rolle auch heute noch die "kosmischen Kräfte im Volksbewusstsein" spielen und inwiefern die Gottheiten in Laufe der Zeit prägend waren. Dem Autor bescheinigt "G.W.M" darüber hinaus "brillanten Stil, in dem sich große Gelehrsamkeit wie natürlich mit Poesie verbindet".
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