Das Werk untersucht mit sozialwissenschaftlichen Methoden die Funktion wie den politischen Stellenwert der internationalen Gerichtsbarkeit als Instrument der friedlichen Streitbeilegung. Es arbeitet zunächst handbuchartig elf Internationale (Schieds-)Gerichte auf um dann in der Tiefe am Beispiel des Internationalen Gerichtshofs empirisch-analytisch die Defizite des (schieds-)gerichtlichen Streiterledigungssystems aufzuzeigen und Reformvorschläge zu unterbreiten. Den Schwerpunkt der Studie bildet die eingehende systematische Untersuchung sämtlicher 100 Fälle des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, mit denen der IGH bis 2001 befasst war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2003
Rezensent Claus Roxin zeigt sich recht angetan von Patricia Schneiders politikwissenschaftlicher Dissertationen über die Friedenssicherung durch internationale Gerichtsbarkeit. Wie Roxin berichtet, stellt Schneider im ersten Teil der Arbeit internationale Schiedsgerichte vor, um im zweiten Teil hundert Streitfälle, die der Internationale Gerichtshof in Den Haag behandelt hat, in einer "sehr detaillierten Überprüfung" zu analysieren. Daraus leite sie die wesentlichen Defizite des Gerichtsbarkeitssystems ab, die sie vor allem im fehlenden Einlassungszwang der Parteien und in der unzureichenden Durchsetzbarkeit der Gerichtsentscheidungen sehe. Roxin lobt die Autorin für ihre "vernünftigen Vorschläge" zur Beseitigung dieser Mängel. Allerdings findet er die Arbeit durch historische Exkurse und durch einen Aufwand an sozialwissenschaftlicher Theorie ein wenig "überfrachtet". Nichtsdestoweniger: insgesamt würdigt er Schneiders Dissertation als eine "material- und lehrreiche Arbeit, deren Reformvorschläge Beachtung verdienen".
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