Patricia Highsmith

Ladies

Frühe Stories
Cover: Ladies
Diogenes Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783257071528
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz, Dirk van Gunsteren und Pociao. Ehe Patricia Highsmith durch ihren ersten Roman 'Zwei Fremde im Zug' über Nacht berühmt wurde, schrieb sie psychologische Stories. Über entwurzelte Einwanderer, tapfere Liebende, wissende kleine Mädchen und Jungen und vom Leben gebeutelte Frauen und Männer. Damals erschienen ihre Stories nur verstreut in Schul- und Frauenmagazinen. Umso schöner für uns, nun dürfen wir sie neu entdecken.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.01.2021

Rezensentin Tanya Lieske weiß, dass sie bei Patricia Highsmith "mit losen Bremsen durch die Nacht" fährt. Sie macht sich alos bei den hier versammelten zwanzig Kurzgeschichten auf alles gefasst. Und egal, ob sie von zwei Fremden liest, die durch halb New York einer Tasche nachjagen, oder vom Kloster Saint Fotheringay - Lieske staunt, wieviel Spannung Highsmith auf kurzer Strecke aufbauen kann. Auch den kühlen Minimalismus der Sprache und das Vagabundenhafte der Figuren kann die Rezensentin goutieren. Das Grelle und manchen Knallchargeneffekt verzeiht sie der hier noch jungen Highsmith.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.01.2021

Rezensentin Sylvia Staude merkt schnell, dass etwas nicht stimmt mit den Figuren in den frühen Geschichten von Patricia Highsmith. So nett alles stets beginnt, es bleibt nicht dabei, warnt Staude. Die Storys um einsame Männer und Frauen, die ihre Chance auf ein besseres Leben zu nutzen suchen, darin laut Staude dem später im Werk auftauchenden Ripley ähnlich, aber die Kurve nicht wirklich kriegen, verfügen über eine "dunkle Grundierung", schreibt die Rezensentin. Happy Endings soll die Leserin lieber nicht erwarten, rät sie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.11.2020

Rezensentin Maike Albath taumelt Patricia Highsmith "wie im Fieber hinterher", so packend erzähle die Autorin in ihren frühen Geschichten von Neid, Hass und Eifersucht: Eine verbitterte Hausfrau, gedemütigte Kinder und eine sadistische Turnlehrerin lasse Highsmith hier in trockener Sprache aufmarschieren. Die 1921 geborene Autorin, deren spätere Romane vielfach verfilmt wurden, wie Albath erklärt, verstehe sich nicht nur auf "niedere Instinkte", sondern auch auf das Spiel mit Perspektiven bestens, schwärmt die Rezensentin und lässt sich davon mitreißen, wie ihre Erzählungen eine "untergründige Zwangsläufigkeit" entwickeln. Nur gut, dass die Geschichten - von Highsmith selbst nie gesichtet, so Albath - nun noch Beachtung finden, meint die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.11.2020

Rezensentin Maike Albath empfiehlt die frühen Erzählungen von Patricia Highsmith wegen ihrer faszinierenden Charaktere und der nüchternen Intensität, mit der die Autorin in ihre Psychen blickt. Die Logik der Gewalt wird für Albath mehr als einmal in den Texten offenbar. Motive und Konstellationen tauchen bereits auf, die Albath aus späteren Texten kennt, und Highsmiths herausragende dramaturgische Fähigkeit und ihre erzählerische Ökonomie sind laut Rezensentin in den Texten aus den 1940er Jahren ebenfalls schon bemerkenswert ausgeprägt. Der Blick der Autorin auf Milieus und "ins Rutschen geratene" Innenwelten scheint Albath "gnadenlos" und gnadenlos gut.
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