Klappentext

Aus dem Englischen von Christophe Fricker. Medien und Politiker stempeln eine wachsende unterprivilegierte Bevölkerungsgruppe als rücksichtslos, dumm und kriminell ab. Die Mitglieder dieser Klasse werden mit einem hasserfüllten Wort bedacht: "Prolls". In seiner Studie untersucht Owen Jones, wie aus dem "Salz der Erde" der "Abschaum der Welt" werden konnte. Das "Proll"-Stereotyp, so Owen Jones, wird von Politik und Medien benutzt, um die Notwendigkeit realer Veränderungen zu verdecken und die wachsende soziale Ungleichheit zu rechtfertigen. Auf der Basis von Gesprächen mit Politikern, Meinungsmachern und Arbeitern ist "Prolls" eine scharfe Anklage des Medien- und Politestablishments und das verstörende Porträt der Konsequenzen der sozialen Ungleichheit und des Klassenhasses in modernen Gesellschaften.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.10.2012

Packend findet Ambros Waibel diese Studie von Owen Jones über die britische Arbeiterklasse und das, was aus ihr geworden ist. Der Rezensent hat darin eine Menge gelernt über den gesellschaftlichen Wandel, der mit dem Verschwinden der Industriearbeit einhergegangen ist. Jones' Interpretation dieser Entwicklung als Sieg der Mittelschicht über das Proletariat scheint ihm recht plausibel, ebenso die These von der Dämonisierung der Arbeiterklasse. Der Autor zeigt für ihn überzeugend auf, wie sehr die Reste dieser Klasse heute in Großbritannien ausgegrenzt und lächerlich gemacht werden. Dabei wird seines Erachtens auch deutlich, wie wenig die britische Mittelschicht, wie wenig Journalisten und Intellektuelle wirklich über das Proletariat wissen.