Ottmar Ette erkundet in seinem Essay die Denk- und Schreiblandschaften von Roland Barthes. Spricht man von Landschaften der Theorie, so sind die Entfaltungen der Stadtlandschaft(en) von Paris ebenso von Bedeutung wie die Landschaften, die Barthes bereist. Es geht um die in "Mythologies" entwickelten "lebendigen" Landschaften der Stadt wie auch um die Visionen unterschiedlicher Achsen des Wissens, des Wollens und des Könnens in den Visionen vom Eiffelturm. Es geht aber auch um die Landschaften der Reisen, die Barthes nach Griechenland, Marokko, Japan, China und in die USA unternimmt. Landschaft und Theorie sind hier eng miteinander vernetzt und ergänzen sich wechselseitig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2014
Anita Traninger nutzt diesen schmalen Band des Romanisten Ottmar Ette als Führer durch die Zeichenanalyse Roland Barthes'. Indem der Autor einige von Barthes' Essays nebeneinander stellt, zeigt er den Entwurf einer Theorie-Landschaft durch den Semiologen. Traninger liest in diesem Zusammenhang nicht nur mit Vergnügen Barthes' wenig bekannten Text über den Eiffelturm, sondern erfährt auch, wie sich etwa die Flut von Paris 1955 oder Japan gegen den Strich gelesen ausnehmen und erfahren lassen. Dass Barthes mit seinen distanzierten Lektüren immer auch ganz nah an sein jeweiliges Objekt heranzoomt, ist für Traninger eine der Erkenntnisse dieser Lektüre.
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