Oliver Bullough

Land des Geldes

Warum Diebe und Betrüger die Welt beherrschen
Cover: Land des Geldes
Antje Kunstmann Verlag, München 2020
ISBN 9783956143588
Gebunden, 350 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. Von heruntergekommenen Städten an der sibirischen Grenze über Steueroasen in der Karibik bis zu den Verbrechervillen in London und Manhattan - irgendwas läuft falsch in dieser Welt. Dieses Buch zeigt Ihnen, was. Vor nicht allzu langer Zeit konnte ein Amtsträger, der sich aus der öffentlichen Kasse bediente, nicht ganz so viel mit seinem Geld anfangen. Er konnte sich ein neues Auto kaufen oder sich ein schönes Haus bauen, es vielleicht noch an Freunde und Familie verschenken, aber das war es im Großen und Ganzen dann auch. Wenn er weiter stehlen würde, würden sich die Geldscheine nur in seinem neuen Haus stapeln, bis alle Zimmer voll wären oder es die Mäuse auffressen würden. Dann hatten ein paar Banker in London eine geniale Idee …

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2020

Rezensent Friedemann Bieber besucht zusammen mit dem britischen Journalisten Liver Bullough Moneyland, ein Ort ohne Einkommen-, Erbschafts- und Kapitalerstragssteuer. Die Suche nach den "Knotenpunkten" der globalen Finanzindustrie, nach involvierten Anwälten, Bankern und Beratern, auf die sich der versierte Autor macht, scheint Bieber Spannung zu versprechen, schon der vielen schillernden Figuren wegen. Dass der Autor einen flotten Stil und mit markigem Ton schreibt, passt zwar dazu, meint Bieber, Bulloughs Neigung, der gefälligen Geschichte vor der verständlichen Darstellung komplexer Sachverhalte den Vorzug zu geben, findet der Rezensent jedoch auf Dauer unbefriedigend, ja mitunter unredlich. Auch Bulloughs Kapitulation vor den Machenschaften der Finanzschleicher, kann Bieber nicht nachvollziehen. Politischer Druck kann sogar das Bankgeheimnis sprengen, meint Bieber.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.06.2020

Rezensentin Ursula Weidenfeld annonciert ein "mutiges" Buch mit dieser im englischen Original bereits 2018 erschienenen Reportage von Oliver Bullough. Der britische Journalist entführt die Kritikerin ins sogenannte "Moneyland", also jene meist auf den karibischen Inseln befindlichen Unternehmen, mit denen eine kleine Gruppe von Politikern, Unternehmern und Polizeichefs Länder "ausbeuten" und sich der Strafverfolgung entziehen. Bullough besuchte teils "bizarr geschmacklose" Villen, karibische Inseln und Londoner Adressen, beleuchtet die Strukturen des Offshore-Finanzgeschäfts und geht dadurch nicht nur das Risiko von immensen Schadenersatzforderungen der Superreichen, sondern auch von Drohungen bis hin zum Mord ein, weiß die Kritikerin. Neben Fallbeispielen erfährt Weidenfeld hier, wie das Geld aus afrikanischen Ländern oder Osteuropa abgezogen wird, liest von den Vergünstigungen, die jene Regierungen Investoren anbieten und lernt, wie die Digitalisierung die Korruption begünstigte. Dass der Autor möglichen Gegenmaßnahmen nur zehn Seiten widmet, findet die Rezensentin allerdings schade.