Gabriel Zucman

Steueroasen

Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird
Cover: Steueroasen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783518060735
Gebunden, 118 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Die Fälle Alice Schwarzer und Uli Hoeneß haben über Monate hinweg die Öffentlichkeit bewegt und leidenschaftliche, moralisch hoch aufgeladene Debatten rund um das Thema Steuerhinterziehung ausgelöst. Aus dem Blick geriet dabei häufig, wie die Netzwerke aus Briefkastenfirmen und Steueroasen funktionieren. Zudem war es bislang kaum möglich zu beziffern, wie viel Geld der Allgemeinheit auf diesem Weg verloren geht. Mithilfe eines innovativen Verfahrens ist Gabriel Zucman nun erstmals in der Lage, eine genaue Summe zu nennen. Zucman zeichnet die Geschichte der Steueroasen nach, bringt ans Licht, welche Manöver dabei ins Spiel kommen und fällt ein vernichtendes Urteil über alle bisherigen Gegenmaßnahmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.12.2014

Arno Widmann freut sich über die Leichtigkeit, mit der der Volkswirtschaftler Gabriel Zucman das Problem der Steuerflucht und der Möglichkeit ihrer Abschaffung, etwa durch eine globale Körperschaftssteuer, angeht. Das ist charmant, findet Widmann, wenn das Thema auch alles andere als das ist: Es geht um 600 Milliarden Euro, die der Besteuerung durch den Fiskus entgehen. Dass der Autor sich die Mühe macht, den Leser mit dem Bankgeheimnis und den Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung vertraut zu machen und die Verluste beziffert, rechnet Widmann ihm hoch an. Zucmans Forderung, das System abzuschaffen, scheint ihm nach der Lektüre plausibel.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.07.2014

Gabriel Zucman, Juniorprofessor an der London School of Economics, gelingt es auf knappen hundertzwanzig Seiten, verständlich aufzudröseln, wie viel Geld weltweit in Steueroasen geschafft wird, um dem Fiskus zu entgehen, berichtet Ulrike Herrmann. Durch einen Vergleich der Vermögensbilanzen aller Länder kommt Zucman auf einen Näherungswert von 5,8 Billionen Euro, die in der Schweiz, in Luxemburg, Singapur oder auf den Bahamas verschwinden, verrät die Rezensentin. Das entspreche acht Prozent des globalen Finanzvermögens. Um das Geschäft mit Schwarzgeldern unattraktiver zu machen, könnte die EU beispielsweise hohe Einfuhrzölle für Waren aus der Schweiz erheben, für die der Export noch immer die wichtigere Einkommensquelle ist, erklärt Herrmann. Bei Luxemburg sei das schwieriger, erfährt die Rezensentin vom Autor: vierzig Prozent der Wirtschaftsleistung laufe bereits über die Finanzbranche. Zucman schlägt deshalb vor, Luxemburg bis zum eventuellen Einlenken in Steuerfragen aus EU-Verträgen auszuschließen, so Herrmann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2014

Trotz seines utopischen und polemischen Potenzials attestiert Albrecht A. Pfister dem Buch des Ökonomen Gabriel Zucman "Realisierungschancen", was den Aktionsplan betrifft, mit dem der Autor der grassierenden Steuerflucht begegnen möchte. Nötig scheint es Pfister allemal, nachdem er bei Zucman nicht nur erfahren durfte, wie hoch die Summe globaler Offshore-Vermögen tatsächlich sein dürfte, sondern auch, in welchem Maß Staaten und Banken Steuerhinterziehung begünstigen. Für Pfister ein wichtiges Buch, das die Praktiken und Methoden der Banken unideologisch darstellt und die Sprengkraft des Themas vor Augen führt.
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