Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein. Ein US-amerikanischer Diplomat wird in einem Budapester Restaurant vor den Augen seiner Frau Sophie erschossen. Ein CIA-Analytiker mit libyschen Wurzeln taucht ab und verschwindet spurlos. Kurz darauf wird ein zweiter Diplomat ermordet, diesmal in Kairo. Der Arabische Frühling wirbelt die Machtverhältnisse in Nordafrika durcheinander und fordert Opfer auf allen Seiten. Sophie vermutet die Drahtzieher des kaltblütigen Mordes an ihrem Mann in Kairo und will sie ausfindig machen. Währenddessen arbeitet man bei der CIA fieberhaft daran, eine außer Kontrolle geratene Operation zu vertuschen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.08.2014
In den Agententhrillern wird die moderne Lust an der Sprache besonders spürbar, findet Fritz Göttler, immer wird mehr und anderes gemeint als gesagt, ein "unaufhörliches Doppelspiel" löst die Wörter von ihren Bedeutungen. So auch in Olen Steinhauers "Die Kairo-Affäre", in dem - selten genug in der Literatur, weiß der Rezensent - eine Frau in die Agentenwelt eintaucht, um den Mord an ihrem Mann aufzuklären, berichtet Göttler. Sophie Kohl nutzt dabei alle Kanäle, die ihr als Diplomatenfrau offen stehen, kehrt nach Ägypten und Libyen zurück, wo sie die Revolution gegen Mubarak und Gaddafi noch selbst erlebt hatte und stößt dort auf die Spuren eines verdächtigen CIA-Projekts, fasst der Rezensent zusammen, der über die mutmaßliche Verstrickung des Geheimdienstes in die Aufstände aber noch nicht zu viel verraten will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2014
Diese Buch muss man sich verdienen (wollen), meint Hannes Hintermeier, der Olen Steinhauers Spionagethriller, in dem der Autor den menschlichen Faktor des Schnüffelgeschäfts hervorhebt, mit einiger Mühe gelesen hat. Die im Februar 2011 einsetzende Handlung um den Verlust der weltpolitischen Geltung der USA scheint Hintermeier überfrachtet. Krimi, Spionage, Liebesgeschichte in der Post-Wikileaks-Ära, der Wunsch, die Hybris der amerikanischen Mittelschicht zu exemplifizieren - all das steckt in dem Buch, erklärt der Rezensent. Für Hintermeier etwas zu viel des Guten. Die Konstruktion ächzt und der Leser verliert den Überblick, findet er, auch wenn er Steinhauer durchaus für einen fähigen Genreautor hält.
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