Oleg Jurjew

Spaziergänge unter dem Hohlmond

Kleiner kaleidoskopischer Roman
Cover: Spaziergänge unter dem Hohlmond
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783518122402
Taschenbuch, 133 Seiten, 8,50 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Birgit Veit. In 24 erzählerischen Miniaturen fängt Oleg Jurjew die Atmosphäre der sowjetischen Endzeit ein. Die Kulissen, aus denen sein Erzähler hervortritt, gleichen denen der k. u. k.-Epoche. Der Zerfall eines großen Reiches ist überall zu ahnen: in den modrigen Petersburger Hinterhöfen, in verstaubten Redaktionsstuben und bröckelnden Palästen, wo außer Fledermäusen und anderem geisterhaften Getier längst niemand mehr wartet. Der Ich-Erzähler - mal jugendlich, mal in mittleren Jahren - durchforstet Städte und Szenemilieus, Familien und Landschaften, mitunter auch Friedhöfe. Sein Blick fördert den vegetabilischen Untergrund der Gesellschaft zutage.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2002

Ilma Rakusa ist einfach hingerissen von diesem Erzählband. Sie stellt uns den Autor als einen der "originellsten und sprachschöpferischsten russischen Autoren der Gegenwart" vor, dessen "ornamentale Prosa" an die Tradition Gogols, Lesskows, Remisows und Belyis anknüpfe. Die 24 Geschichten, die durch den Ich-Erzähler zusammengehalten werden, zeichnen ein genau beobachtetes, aber auch grotesk verfremdetes Gesamtbild der Sowjetunion in den achtziger Jahren. Es ist vor allem die "schier unübertreffliche" Sprachfantasie Jurjews, die diese Erzählungen so intensiv, ja "poetisch-überhitzt" erscheinen lassen. Rakusa liefert dafür einige sehr überzeugende Beispiele: So zitiert sie ein 'fünfeckiges Insekt", das 'über die erhabene Tapetenbotanik zur Wandlampe' kriecht. Rakusa schließt ihre begeisterte Rezension mit der Aufforderung: "Man lese und staune."
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