Aus dem Französischen von Eva Scharenberg. Ein Haus auf einer Bergspitze, völlige Einsamkeit, der Blick in den Himmel unverstellt, Stille. Ein Paradies für einen Künstler, ein Rückzugsort. Doch als der anonyme Erzähler seinen Freund Georges dort besucht, findet er ihn völlig verändert und lebensmüde vor.
Zur Erklärung gibt Georges dem Erzähler sein Tagebuch.
Als kränklicher Sonderling wächst Georges auf dem Land auf und erkennt erst in der Bekanntschaft zum selbstbewußten und charismatischen Maler Lucien, daß auch er ein Künstler ist. Gemeinsam leben sie in Paris, doch das der Kunst gewidmete Leben offenbart bald seine Tücken: Ein Wechselspiel zwischen manischer Arbeitswut und lähmender Depression setzt bei Lucien ein. Die Flucht aufs Land - auf eben jene einsame Bergspitze - entpuppt sich als dramatische Fehlentscheidung. Während Georges in Paris gerade erst langsam seine eigene Identität entdeckt, wird Lucien zunehmend unzurechnungsfähig und quält sich mit seiner Einsamkeit und Zweifeln an seinem Werk.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2017
Octave Mirbeau war vielleicht kein Maupassant oder Flaubert, aber doch ein "bemerkenswerter" Journalist und Romanautor, weiß Rezensent Niklas Bender. Höchste Zeit also, den französischen Anarchisten wiederzuentdecken, meint der Kritiker und freut sich, dass nun eine exzellente deutsche Übersetzung des Künstlerromans "Diese verdammte Hand" vorliegt. So vergnügt wie gebannt liest Bender diese "verschachtelte" Geschichte um den gescheiterten Schriftsteller Georges, der sich des deutlich an Vincent van Gogh angelegten, sich selbst überfordernden Malers Lucien annimmt - bis dieser Selbstmord begeht. Allein mit wie viel Gespür für Satire Mirbeau Georges' Kindheit im "Provinzmuff" schildert und dabei die zeitgenössischen Erziehungsmethoden geißelt, hat den Rezensenten beeindruckt. Großartig auch, wie der Autor die Kunstetappen seiner Zeit durchschreitet und dabei "Ästhetentum und Milieuschilderung" verknüpft, lobt der Kritiker, dem sich in diesem ebenso elegant wie schwungvoll erzählten Roman eine "leuchtend blaue Welt der Ideen" eröffnet.
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