Notker Hammerstein (Hg.), Ulrich Herrmann (Hg.)

Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte

Band 2: 18. Jahrhundert. Vom späten 17. Jahrhundert bis zur Neuordnung Deutschlands um 1800
Cover: Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406324642
Gebunden, 583 Seiten, 118,00 EUR

Klappentext

Die Grundlagen des modernen pädagogischen Denkens, der Bildungsphilosophie und des Schulwesens wurden im 18. Jahrhundert gelegt. Dieser Band, der nun das auf sechs Bände angelegte Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte komplettiert, handelt vom 18. Jahrhundert als Epoche der deutschen Bildungsgeschichte in all ihrer Vielfalt; von den neu entstehenden pädagogischen Theorien über die neuen pädagogischen Medien der Kinder- und Jugendliteratur, Volksbildung und Armenfürsorge, die Funktion des Theaters und der Museen bis hin zur Schul- und Universitätsgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.09.2005

Mit dem vorliegenden zweiten Band ist nach zwanzig Jahren das Unternehmen "Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte" abgeschlossen, resümiert Rezensent Hans-Albrecht Koch. Und es sei gut geraten, "gründlich und eingängig", trotz kleinerer Vorbehalte. Alle Bände haben zwar den gleichen systematischen Aufbau, konstatiert der Rezensent, gleichwohl kann man ihnen die veränderten wissenschaftlichen Prioritäten der letzten 20 Jahre ablesen. Die Universitätsgeschichte des 18. Jahrhunderts beispielsweise habe genügend Platz für "anschauliche Schilderung und eindringende Analyse", während für die schon früher behandelte Gegenwart "abstrahierende Zusammenfassungen" als ausreichend angesehen wurden. Eine Besonderheit des 18. Jahrhunderts im zweiten Band seien die "zahllosen" pädagogischen Theorien von Rousseau über Pestalozzi bis zum Neuhumanismus, über die der Leser "gründlich unterrichtet" werde. Auch das Theater als moralische Bildungsanstalt, so Koch, werde angemessen behandelt, ohne dass daraus gleich eine Theatergeschichte entstanden sei. "Glücklich fertig geworden" sei man auch mit den historisch unterschiedlich verankerten Schulwesen der beiden Konfessionen, denn für das katholische Gymnasialwesen werde sinnvollerweise das 17. Jahrhundert mitbehandelt. Ein wenig mehr Raum für die wichtigen Privatbibliotheken hätte sich Koch allerdings gewünscht und er zeigt sich erstaunt, dass das "reizvolle Thema" Kaffeehaus gar nicht vorkomme.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2005

Nicht unkritisch betrachtet Jürgen Kaube den zweiten Band des "Handbuchs der deutschen Bildungsgeschichte", mit dem das Werk nach zwanzig Jahren Arbeit und vier bereits erschienenen Bänden abgeschlossenen ist. So beanstandet er, dass das Werk, weil es weder lexikalischen und noch grundbegrifflichen noch zeitlichen Gesichtspunkten folgt, in Sachen Nachschlagbarkeit ein wenig zu wünschen übrig lasse. Die einzelnen Aufsätze findet er zwar durchaus informativ und lesenswert - die einen mehr, die anderen weniger. Prinzipiell aber beklagt er, dass das Handbuch über weite Strecken auf einen ideengeschichtlichen, soziologischen oder historischen Begriff seines Gegenstandes verzichtet. "Man sammelt und verzeichnet mehr", moniert Kaube, "als sich Theorien hinzugeben oder auch nur zu sagen, was von entscheidender Bedeutung und was mehr von nebensächlicher war." Was dem Werk seines Erachtens zudem fehlt, sind stabile Kriterien dafür, "was alles zur Bildungsgeschichte gehört". Andererseits schließt er versöhnlich, könne der Leser ja durchaus Fragen an den Text mitbringen.
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