Mit 42 s/w-Abbildungen. Der Band enthält eine Sammlung schriftlicher und bildlicher Zeugnisse über das Befinden und die geistige Verfassung von Menschen, die aus einem dem Tode vergleichbaren Zustand ins Leben zurückgekehrt sind. Bei einigen ist in der Folge der abgelaufenen Ereignisse eine Veränderung der Einstellung zum Leben festzustellen. Legenden über den erweckten Lazarus der Bibel und Berichte einiger Wiederbelebter der Vergangenheit und Gegenwart weisen auf einen gemeinsamen Erfahrungsschatz hin. So ist der Name des biblischen Lazarus auch als Bezeichnung beliebiger anderer ins Leben Zurückgerufener zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2003
Mit Norbert Stefenellis "Lazaruserfahrungen" liegt nun eine ausführliche Wirkungsgeschichte der biblischen Geschichte des von den Toden auferweckten Lazarus vor, berichtet Rezensent Robert Jütte. Wie er ausführt, erläutert Stefenelli zunächst die verschiedenen Deutungen und Ergänzungen der Lazarus-Geschichte von Augustus bis zur heutigen Bibelexegese, um dann auf ihre große Bedeutung im Totengedenken einzugehen. Zum Bedauern Jüttes kommen Berichte über Totenerweckungen außerhalb des christlichen Kulturkreises dabei etwas zu kurz. Nach einem Kapitel über die weitverbreitete Lazarus-Verehrung beschließe Stefenelli seinen Band mit Kapiteln über die bis ins 3. Jahrhundert zurückreichende bildliche Darstellung der Lazarus-Geschichte und ihre Rezeption in der Literatur. Leider geizt Stefenelli gerade im letzten Kapitel mit Zitaten, kritisiert Jütte. Dennoch bietet dieses "Florilegium" des Lazarus-Motivs in der Weltliteratur genügend Anregungen, so der Rezensent abschließend, "manch bekanntes Werk wiederzuentdecken oder neue Leseerfahrungen zu sammeln".
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