Wir sind mit den vielfältigsten Rassismen aufgewachsen. Wir spielten im Kindergarten "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann", sangen "Zehn kleine Negerlein" und finden es normal, dass uns im Schuhgeschäft ein schwarzer Diener aus Porzellan begrüßt. Wenn wir gefragt werden, sind wir natürlich gegen Rassismus. Rassismus zu bekämpfen heißt jedoch, ihn zunächst zu verstehen. Dazu müssen wir lieb gewonnene Vorstellungen und "Gewissheiten" hinterfragen. Vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung mit Antirassismus-Arbeit legt Noah Sow den Finger in die Wunde des unbewussten Rassismus.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.03.2008
Die Rezensentin Brigitte Fehrle ist "ärgerlich" über dieses Buch von Noah Sow: weil es eine Atmosphäre wie im "Bootcamp" und dementsprechend fast zwangsläufig eine Reaktion der "Abwehr" bei der wohl vorwiegend weißen Leserschaft erzeugt, wie sie glaubt. Egal, wie man sich konkret verhält - man ist und bleibt Rassist. Das ist jedenfalls das Fazit, das Fehrle aus der Lektüre zieht. Das Thema des Alltagsrassismus ist aber ihrer Meinung nach zu wichtig, um es als Reflexgeleitetheit abzustempeln. Trotz dieser harschen Kritik hat das Buch für die Rezensentin auch lesenswerte Seiten: Immer dann, wenn Sow von konkreten Erfahrungen berichtet und "subjektiv bleibt", sei es "stark".
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