Eva Massingue (Hg.)

Sichtbar anders

Aus dem Leben afrodeutscher Kinder und Jugendlicher
Cover: Sichtbar anders
Brandes und Apsel Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783860998212
Kartoniert, 171 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Wie geht es Afrodeutschen in einer Gesellschaft, in der die Mehrheit selbstverständlich davon ausgeht, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe "Ausländer" sind? Afrodeutsche Kinder und Jugendliche machen früh Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sind Selbsthilfegruppen und Hilfsangebote entstanden, die afrodeutsche Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, sich innerlich zu stabilisieren und, wenn nötig, nach außen zur Wehr zu setzen. Einige dieser Initiativen werden in dem vorliegendem Band vorgestellt. Ausführlich kommen die afrodeutschen Kinder und Jugendlichen und ihre Eltern zu Wort: Sie erzählen, wie sie sich selbst sehen, und berichten von ihren Erfahrungen in der Schule, in der Familie und manchmal auch im Herkunftsland eines nicht-deutschen Elternteils. Ein wertvoller Einblick für alle, die mit afrodeutschen Kindern leben und arbeiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.11.2005

Gottfried Oy findet die Erfahrungen afrodeutscher Kinder in Deutschland, wie sie das vorliegende Buch schildert, "bestürzend", denn es werden darin die häufig "direkt rassistischen" Reaktionen gerade in pädagogischen Einrichtungen aufgezeigt, so der Rezensent. In dem von Eva Massingue herausgegebenen Buch äußern sich nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst, sondern auch Selbsthilfegruppen, Eltern und Pädagogen, teilt der Rezensent angetan mit. Trotz des weit ausholenden Bogens gefällt ihm auch der geschichtliche Abriss "afrodeutschen Lebens", den die Herausgeberin bietet, weil man davon "selten" hört und die dort vorgestellten afrodeutschen Protagonisten in keiner bundesdeutschen Chronik genannt werden, so Oy interessiert. Er hebt noch den "umfangreichen Serviceteil" lobend hervor, der Selbsthilfegruppen nennt und betont wie wichtig diese sind, solange es vielerorts noch an interkultureller Pädagogik fehlt.