Nina Jäckle

Sevilla

Roman
Cover: Sevilla
Berlin Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783827008978
Gebunden, 180 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ihren Namen, ihr Land, ihre Stadt, ihre Sprache hat sie hinter sich gelassen, die neue Stadt heißt Sevilla. Geld besitzt sie im Überfluss und fängt doch kein neues Leben an. Sie wartet - auf ihren Geliebten, ihren Komplizen, der sie mit dem erbeuteten Geld vorausgeschickt hat. Doch mit jedem weiteren Tag, den sie ohne Nachricht von ihm bleibt, verwandelt sich das Warten langsam in ein Leben allein. Beinahe unmerklich dringen die fremde Stadt, die fremde Sprache in ihr Vakuum ein, nehmen von ihr Besitz, verändern sie, bis sie merkt, dass sie gar nicht mehr bereit ist, das erbeutete Geld und ihr Leben mit ihm zu teilen. Ihr Plan ist von zwingender Logik: Einen Untergetauchten wird niemand vermissen...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2010

Gleich zwei gerade erschienene Bücher von Nina Jäckel möchte Meike Fessmann uns ans Herz legen. Ihr neuer Roman "Sevilla" kommt als Krimi im Gewand des Nouveau Roman daher: eine Ich-Erzählerin wartet in Sevilla auf ihren Geliebten, um dort mit ihm unterzutauchen, lässt die Rezensentin wissen. Auch hier dient der Kriminalroman nur als Form für große Fragen nach "Fremdheit, Warten, Verschwinden", stellt Fessmann klar. Sie findet es ausgesprochen gelungen, wie die Autorin "listig die großen Begriffe" vermeidet oder auf Spanisch in den Text einfließen lässt und die klassischen Themen der Moderne noch einmal neu aufgreift. Die Stadt bleibe dabei schemenhaft, wichtiger sei Jäckel in ihrer streng angeordneten Geschichte, den "Entwurf eines neuen Ichs" aufzuzeigen, so die Rezensentin höchst eingenommen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2010

Mehr als die Tatsache, dass es sich bei diesem "perfekten, klugen und stilsicheren" Roman um die wundervolle Geschichte eines untergetauchten Gaunerpärchens handelt, will Rezensentin Beatrix Langner nicht verraten. Das hält sie aber nicht davon ab, die Besonderheiten dieses besonderen Buches und seiner Autorin Kränze zu winden. Es sei kein Roman im herkömmlichen Sinn, eher eine Mischung aus Krimi und Kunstparabel. Nichts geschehe. Allerdings verändere sich das Nichts, je weiter man vordringe in diese Geschichte. Damit sei auch dieses Buch typisch für den "stark gestischen Stil" von Nina Jäckles Stil, den die Kritikerin dem absurden Theater stark verwandt findet, dessen einziger Darsteller im vorliegenden Fall jedoch die Sprache sei.