Zygmunt Miloszewski

Ein Körnchen Wahrheit

Teodor Szacki ermittelt weiter
Cover: Ein Körnchen Wahrheit
Berlin Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783833310119
Kartoniert, 512 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Barbara Samborska. Nach seiner Scheidung kehrt Teodor Szacki Warschau den Rücken und zieht in ein kleines Weichsel-Städtchen. Als er gerade anfängt, sich in der Idylle zu langweilen, geschieht ein Mord an einer im Ort hoch angesehenen Dame. Der Fundort der Leiche neben der Alten Synagoge sowie die grausame Art der Verletzungen lassen unter den Leuten alte antisemitische Vorurteile wieder aufblühen. Schnell ist das Medieninteresse an dem Fall enorm und gegen all die Lügen und die sich ausbreitende Hysterie kämpfend, versucht Szacki der Wahrheit näher zu kommen…

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2017

Krimis sollten in erster Linie Gesellschaftsromane sein, meint der polnische "Star seiner Gattung" Zygmunt Miloszewski und folgt mit diesem Verständnis einer Tradition in der polnischen Nachkriegsliteratur ebenso wie seinem Vorbild Henning Mankell, weiß Rezensentin Marta Kijowska. Dass man auch den zweiten Teil seiner Trilogie "nicht in einem Atemzug" lesen kann und sich mitunter eine um ein paar politische, historische oder gesellschaftliche Aspekte reduzierte Handlung wünscht, ist also durchaus beabsichtigt und der Preis für einen solch gehaltvollen Kriminalroman wie "Ein Körnchen Wahrheit", versteht die Rezensentin. Natürlich finden wieder einige besonders grausame Morde statt, der Verdacht auf einen Racheakt mit jüdischem Hintergrund liegt nahe, vielleicht zu nahe, lesen wir. In jedem Fall lohnt es, sich diesem Autor zuzuwenden, der zu Recht, wie Kijowska findet, als einer der interessantesten, polnischen Schriftsteller des Genres gilt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2016

Zunächst mal ist Jörg Thomann ernstlich ein bisschen genervt vom Helden Teodor Szacki (" Szacki spricht man 'Schatzki'"), denn der Held ist nicht nur nicht liebenswert, sondern auf schwer erträgliche Art frauenverachtend. Aber da ist doch etwas, das Miloszewskis Krimi für den Rezensenten rettet: seine Präzision, die Art, wie er reale Ereignisse aus der Entstehungszeit des Krimes (dem Jahr 2009) mit der Fiktion verknüpft und am Ende über 500 Seiten ein wahrhaftes Panorama der polnischen Gesellschaft entfaltet. Und das Thema, um das es geht, ist den Polen so wenig geheuer wie den deutschen Lesern des Buchs: Das Städtchen Sandomierz, das auch Schauplatz eines idyllischen Fernsehkrimiserie um einen katholischen Priester ist, war Schauplatz von Pogromen. Darum und um aktuellen Antisemitismus geht es in "Ein Körnchen Wahrheit". Thomann ist am Ende so begeistert, dass er gleich nach den anderen Bänden dieser Krimi-Trilogie greifen will.
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