Zygmunt Miloszewski

Ein Körnchen Wahrheit

Teodor Szacki ermittelt weiter
Cover: Ein Körnchen Wahrheit
Berlin Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783833310119
Kartoniert, 512 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Barbara Samborska. Nach seiner Scheidung kehrt Teodor Szacki Warschau den Rücken und zieht in ein kleines Weichsel-Städtchen. Als er gerade anfängt, sich in der Idylle zu langweilen, geschieht ein Mord an einer im Ort hoch angesehenen Dame. Der Fundort der Leiche neben der Alten Synagoge sowie die grausame Art der Verletzungen lassen unter den Leuten alte antisemitische Vorurteile wieder aufblühen. Schnell ist das Medieninteresse an dem Fall enorm und gegen all die Lügen und die sich ausbreitende Hysterie kämpfend, versucht Szacki der Wahrheit näher zu kommen…

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2016

Zunächst mal ist Jörg Thomann ernstlich ein bisschen genervt vom Helden Teodor Szacki (" Szacki spricht man 'Schatzki'"), denn der Held ist nicht nur nicht liebenswert, sondern auf schwer erträgliche Art frauenverachtend. Aber da ist doch etwas, das Miloszewskis Krimi für den Rezensenten rettet: seine Präzision, die Art, wie er reale Ereignisse aus der Entstehungszeit des Krimes (dem Jahr 2009) mit der Fiktion verknüpft und am Ende über 500 Seiten ein wahrhaftes Panorama der polnischen Gesellschaft entfaltet. Und das Thema, um das es geht, ist den Polen so wenig geheuer wie den deutschen Lesern des Buchs: Das Städtchen Sandomierz, das auch Schauplatz eines idyllischen Fernsehkrimiserie um einen katholischen Priester ist, war Schauplatz von Pogromen. Darum und um aktuellen Antisemitismus geht es in "Ein Körnchen Wahrheit". Thomann ist am Ende so begeistert, dass er gleich nach den anderen Bänden dieser Krimi-Trilogie greifen will.
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