Nils Havemann

Samstags um halb vier

Die Geschichte der Fußballbundesliga
Cover: Samstags um halb vier
Siedler Verlag, München 2013
ISBN 9783827500069
Gebunden, 672 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Seit nunmehr fünfzig Jahren ist die Fußballbundesliga ein wichtiger Bestandteil der Populärkultur, wobei auch wirtschaftliche Interessen eine immer größere Rolle spielen. Nils Havemann nähert sich ihren großen Figuren an - den strahlenden ebenso wie den mediokren - und stellt die Liga vor dem Hintergrund der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar. Durch die Auswertung bislang nicht zugänglicher Dokumente gelingt es Nils Havemann, ein neues Licht auf die Geschichte der Bundesliga zu werfen. So liefert das Buch unter anderem neue Details zum großen Bestechungsskandal 1970/71 und schildert, warum der Streit über die Fernsehrechte bereits ausgebrochen war, lange bevor die Sportschau auf Sendung ging. Zudem kann Havemann erstmals auf der Grundlage belastbarer Quellen Aussagen über die Entwicklung der Spielergehälter treffen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.08.2013

Pünktlich zum fünfzigsten Bundesligajubiläum erscheinen natürlich die entsprechenden Bücher, weiß Rezensent Helmut Böttiger, darunter die üblichen nostalgischen Rückblicke und anekdotischen Schnipsel, aber auch einige interessantere Ansätze. Der Untertitel von Nils Havemanns "Samstags um halb 4 - Die Geschichte der Fußballbundesliga " ist irreführend, erklärt der Rezensent. Der Historiker präsentiere keinen allgemeinen historischen Abriss, sondern konzentriere sich vor allem auf die Frage, wie Fußballer im Laufe der Jahre bezahlt wurden. Etwas irritiert ist Böttiger von dem negativen Beigeschmack, den der Autor Wörtern wie "Demokratisierung", "kulturell" oder "Kritik" verleiht, hinter denen er einen "narzisstischen Weltverbesserungsanspruch" vermutet. Der Rezensent bedauert, dass Havemann deshalb die gesellschaftliche Dimension des Fußballs vollkommen ausklammert, die "lustvoll inszenierte Metapher", die der Sport auch sein kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2013

"Kein reiner Genuss" ist diese Bundesliga-Geschichte für Gerhard Fischer, der sich mitunter durch recht "verquastes" Deutsch kämpfen musste. Auch mag der Rezensent nicht immer Nils Havemanns politischen Interpretationen folgen, die doch sehr viel Verständnis für manche rassistische Entgleisung der DFB-Funktionäre nahelegen. Aber was die Fußballgeschichte angeht, findet Fischer das Buch "fulminant". Gründlich recherchiert und analytisch fundiert liest er hier über die Geschichte des deutschen Fußballs, die es nicht bei Anekdoten belässt, sondern die Professionalisierung und Kommerzialisierung des Sports ebenso genau beschreibt wie seinen gesellschaftlichen Aufstieg: Mit Mario Götze spiele mittlerweile schließlich der erste Professorensohn.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2013

Das bevorstehende ChampionsLeague-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund ist für Jochen Hieber ein gelungener Anlass, um sich Nils Havemanns Geschichte der Fußballbundesliga "Samstags um halb vier" vorzuknöpfen. Einiges von dem, was Havemann da auftischt, war dem Rezensenten zwar schon bekannt, die Geschichte einzelner Vereine zum Beispiel, besonders der traditionsreichen, anderes war ihm vollkommen neu, wie die Gaunereien rund um Spielergehälter zu Beginn des Profifußballs etwa oder die staatlichen Subventionen für Stadien, berichtet Hieber. Weil man den Spielern damals nicht mehr als eintausendzweihundert Mark zahlen durfte, wurden sie oft bei Scheinfirmen beschäftigt, um ihnen dann doch ein Vielfaches dessen auszahlen zu können, erklärt der Rezensent. Zwar sind die heutigen Erträge mit den damaligen kaum noch vergleichbar, aber wenigstens ist einigermaßen transparent, wo das Geld herkommt und wo es landet, meint Hieber.
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