Drei Brüder, zwei Mütter, ein Vater, ein Ziel: Fußballprofi zu werden. George, der älteste, hat es nicht geschafft. Heute züchtet er Hunde und macht Musik. Kevin hat bei der WM 2010 für Ghana gespielt und trumpft nun bei AC Mailand auf. Bei Jerome, so scheint es, lief alles nach Plan. Er verteidigt für den FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft. Das Buch erzählt vom Aufwachsen in zwei grundverschiedenen Stadtteilen, von Unterstützung und Vernachlässigung in Familie, Schule und Fußballverein, vom Aufstieg im Profifußball bis hin zu den Spitzenklubs und von Integration und Ausgrenzung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.06.2012
Sehr gefesselt hat Rezensent Alex Rühle die Biografie der drei Brüder Boateng von Sportjournalist und FAZ-Redakteur Michael Horeni. An diesem Buch, das in seinen Augen einzelne Schlüsselszenen in ein überzeugendes Ganzes einarbeitet, stört ihn nur eines: dass der Autor, der den in den deutschen Medien besonders für sein Foul an Michael Ballack 2010 vielfach geschmähten Kevin Boateng nur eine ganze Stunde treffen konnte, sich immer wieder in "seelische Ferndiagnosen" und Einfühlungen in den Fußballer versteigt. Ansonsten überzeugt den Rezensenten diese Dreifachbiografie aber als erhellendes Buch über Bildungs- und Integrationspolitik, über die "Meinungsmachermechanismen" der Medien und nicht zuletzt über die Geschichte der deutschen Fußball-Nachwuchsarbeit.
Mit Lob bedenkt der grüne Parlamentarier Omid Nouripour dieses Buch über die "Brüder Boateng" von Michael Horeni. Unter den deutschen Sportbüchern sticht es für ihn positiv hervor, denn die Geschichte der drei Fußballer aus Berlin-Wedding, die der Autor erzählt, ist nicht nur eine Geschichte über Fußball, sondern auch eine über Gesellschaft und Rassismus. Nouripour attestiert Horeni, die wichtigsten Lebensstationen der drei Brüder zu beschreiben und dabei immer wieder der Frage nach deren unterschiedlicher Entwicklung, die den einen (Jerome) in die Nationalmannschaft, den anderen (George) in den Knast geführt, den dritten (Kevin-Prince) zum Feind der Bild-Zeitung gemacht hat. Besonders hebt er hervor, dass der Autor auch die deutsche Integrationsdebatte thematisiert und die Bedeutung der strukturellen Defizite der Bildungs- und Integrationspolitik anschaulich verdeutlicht.
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