Nikolaj Gogol

Nikolai Gogol: Gesammelte Werke. Band 5: Ausgewählte Briefe

Cover: Nikolai Gogol: Gesammelte Werke. Band 5: Ausgewählte Briefe
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2002
ISBN 9783768199155
Gebunden, 674 Seiten, 50,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Angela Martini. Aus dem Russischen von Irmgard Lorenz. Die ausgewählten Briefe zeigen den biografischen und poetologischen Weg des Schriftstellers Nikolai Gogol (1809-1852), der wie viele junge Adlige die Provinz verließ, um in der Metropole Sankt Petersburg Karriere zu machen. Wie er versicherte, strebte er diese im Staatsdienst an, im September 1831 begann jedoch seine literarische Karriere, die so widersprüchlich verlief, wie er als Mensch auch war. In Anwesenheit des Zaren hatte Gogols Komödie "Der Revisor" im April 1836 Premiere, die die "schauerlichen Abgründe einer ganzen Sozialsphäre, einer ganzen Epoche, einer ganzen Nation" (Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit) enthüllte. Kurz danach reiste Gogol ins Ausland. Mehr als zehn Jahre lebte er im geliebten Italien, in Deutschland und Frankreich, nur für einige Monate unterbrach er sein Wanderleben, um seinen Erfolgsroman "Die toten Seelen" 1842 in den Druck zu geben. Danach stürzte er in eine tiefe Schaffenskrise, aus der ihn auch seine zunehmende Religiosität nicht herausführte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2003

Als reichlich komischer Heiliger stellt sich der große russische - genauer: ukrainische - Autor Nikolaj Gogol in den hier versammelten Briefen dar. Und auf unkomplizierte Weise sympathisch wird er einem schon gar nicht, warnt Thomas Grob in seiner zum Porträt geweiteten ausführlichen Besprechung des Bandes. Ja, man könne noch nicht einmal davon ausgehen, in diesen Briefen den "wirklichen" Gogol kennenzulernen, oder jedenfalls: Als wirklich erweise sich Gogol vor allem in seinem geradezu obsessiven Zwang zur Selbststilisierung. Und noch diese Selbststilisierung falle in den Briefen je höchst unterschiedlich aus. Vieles, was er den Adressaten seiner Briefe schreibe, sei erfunden, erlogen, mindestens übertrieben und vor allem immer wieder sehr widersprüchlich - jedoch gerade darin wird für Grob der wahre Gogol deutlich, der all das, was er zu sein vorgibt, eben "war", nur "um kurze Zeit später jemand anderem gegenüber etwas ganz anderes zu sein." So gehöre der christliche Büßer ebenso zu den Rollen Gogols wie der Verächter des eigenen literarischen Werks, so erscheine er einmal arrogant, dann wieder zerknirscht. Alles in allem, resümiert Grob, eine faszinierende Figur, die Dostojewskij nicht besser hätte hinbekommen können.