Nii Parkes

Die Spur des Bienenfressers

Roman
Cover: Die Spur des Bienenfressers
Unionsverlag, Zürich 2010
ISBN 9783293004221
Gebunden, 224 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Uta Goridis. Sonokrom, ein Dorf im Hinterland Ghanas, hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Hier spricht man noch die Sprache des Waldes, trinkt aphrodisierenden Palmwein und wandelt mit den Geistern der Vorfahren. Doch eine verstörende Entdeckung und das gleichzeitige Verschwinden eines Dorfbewohners stören die ländliche Ruhe. Wäre nicht die Geliebte des Ministers in den Fall verwickelt, wäre er schon längst ad acta gelegt worden. Der Städter Kayo, Gerichtsmediziner und Anhänger wissenschaftlicher Vernunft, wird mit der Aufklärung beauftragt schwierig für jemanden, der nicht unbedingt an Übersinnliches glaubt und zugleich von seinem Vorgesetzten an der kurzen Leine gehalten wird. Als die Situation immer unfassbarer wird, müssen Kayo und seine Ermittler einsehen, dass westliche Logik und politische Bürokratie ihre Grenzen haben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.09.2010

Geistvoll, amüsant und damit höchst lesenswert findet Tobias Gohlis diesen Krimi des in Ghana geborenen Londoner Lyrikers und Performers, wenn auch dessen "afrikanische Hermeneutik" aus seiner Sicht nicht ganz kompatibel mit westlichem Rechtsempfinden sei. Zum beträchtlichen Lesevergnügen tragen nicht nur verwesende glitschige Leichenteile auf Politikeranwesen, sondern auch "sehr, sehr komische" Szenen aus dem korrupten Alltag Ghanas bei. Das Kritikerherz konnte dieser Krimi auch damit gewinnen, dass hier CSI-Methoden und afrikanische Stammeslogik mühelos unter einen Hut gebracht werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.08.2010

Silvia Staude mag den für einen Krimi erstaunlich warmherzigen Ton in "Die Spur des Bienenfressers". Autor Nii Parkes erzählt von einem Mord im kleinen ghanaischen Dörfchen Sonokrom, der "Städter und Studierte" Kayo Odamtten bemüht sich, den Fall aufzuklären - was eine Menge Verständnis für den Verhaltenskodex des dort lebenden Urvölkchens voraussetzt. Parkes habe den Genrewechsel (bisher veröffentlichte er nur Lyrik) mühelos gemeistert, findet die Rezensentin, und der "Krimi-Rhythmus" stimme auch. Obwohl das Aufeinanderprallen zweier Welten - städtische Wissenschaftlichkeit versus dörfliches Traditionsbewusstsein - ein Klischee sei: Parkes entfalte es mit viel "Wissen und Wärme", lobt Staude.
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