Aus dem Englischen von Christiane Burckhardt. Westafrika, Ende des 19. Jahrhunderts. Aminah, ein verträumtes junges Mädchen, wird brutal aus ihrem Zuhause gerissen und als Sklavin verkauft. Wurche ist eine privilegierte Frau, doch ihr Vater zwingt sie, eine ungewollte Ehe einzugehen. Als Aminah und Wurche sich auf dem Sklavenmarkt von Salaga begegnen, verbinden sich ihre Schicksale unwiderruflich miteinander. Beide hadern mit den Grenzen, die ihnen Zeit und Gesellschaft auferlegen. Beide riskieren ihr Leben. Und beide verlieben sich in denselben Mann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.09.2019
Interessiert greift Marie-Sophie Adeoso zu diesem Roman der ghanaischen Autorin Ayesha Harruna Attah, stellt jedoch bald fest, dass es sich bei den "Frauen von Salaga" weniger um die literarische Erkundung von weiblichem Leben im kolonisierten Ghana handelt als um eine seichte Erotik-Geschichte vor historischer Kulisse, wie sie klagt. Attah erzählt die Geschichte der Königstochter Wurche, die aus strategischen Gründen einen Verbündeten ihres Vaters heiraten muss. Dass sich die unglücklich Vermählte immer wieder in wilde Affären stürzt, kann die Kritikerin nicht begeistern. Adeoso moniert simple Figurenzeichnung, hölzerne Dialogen und sprachliche Ausrutscher. Zum Lachen bringt sie allerdings die unfreiwillige Komik mancher Liebesszenen, etwas wenn es heißt: "Die Welt zwischen ihren Beinen loderte lichterloh."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2019
Rezensent Jonathan Fischer empfiehlt diesen Roman der ghanaischen Autorin Ayesha Harruna, um Afrikas Geschichte besser verstehen zu können (die er etwas irritierend mal Ende des 20., mal Ende des 19. Jahrhunderts ansiedelt). Er folgt hier der jungen Aminah, die, nachdem Sklavenräuber ihr Dorf angezündet und die Bewohner versklavt haben, von der emanzipierten und burschikosen Häuptlingstochter Wurche auf einem Markt gekauft wird und mit dieser in eine von gegenseitiger Faszination, Eifersucht und Gewalt geprägte Beziehung gerät. Allein die Geschichte um die beiden unterschiedlichen Frauen, die in einem Macht-Ohnmachts-Verhältnis zueinander stehen, hat den Kritiker in den Bann gezogen. Vor allem aber bewundert er, wie Attah ihren in der eigenen Familiengeschichte recherchierten Roman mit historischem Wissen anreichert und vor Augen führt, wie Westafrikaner sich vor der Kolonialisierung gegenseitig zu Sklaven machten.
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