Nicolas Gomez Davila

Texte

und andere Aufsätze
Cover: Texte
Karolinger Verlag, Wien 2003
ISBN 9783854181071
Gebunden, 200 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Herminio Redondo, mit einem Nachwort von Till Kinzel. In dieser Ausgabe sind Essays aus der Früh- und der Spätzeit des Autors versammelt. "Textos" erschienen 1959 in einem Privatdruck, "De Jure" 1988 und der "Authentische Reaktionär" 1995 in Zeitschriften.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2004

Etwas zwiespältig findet Rezensent Magnus Klaue die Essays des Kolumbianers Nicolas Gomez Davila, von denen jetzt, zehn Jahre nach dessen Tod, eine Auswahl in deutscher Übersetzung vorliegt. Klaue sieht Davilas Schriften von einer Ambivalenz geprägt, in der sich Aggressionen gegen die destruktiven Momente von Aufklärung, Rationalität und Fortschritt mit durchschaubaren strategischen Motiven paaren. Davilas Ressentiment gegen neue Medien, Tagesaktualität und alles "Vulgäre" entziffert Klaue als "Verteidigung des 'natürlichen Adels' gegen eine vermeintlich nivellierende Massendemokratie". So fand er neben "hellsichtigen Analysen" "metaphysische Verquastheiten", neben "sarkastische Sentenzen" "elitäre Geschmacklosigkeiten". Insbesondere Passagen, "die sich auch in einem trivial reaktionären Sinn instrumentalisieren lassen", stoßen Klaue sauer auf. Mit Kritik versieht er auch das Nachwort von Till Kinzel, der erst gar nicht den Versuch unternehme, ideologische und kritische Momente in Davilas Werk zueinander ins Verhältnis zu setzen, sondern in einem Gestus der Idolatrie verharre.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.02.2004

"Messerscharfe Aphorismen", getrieben von einem "überwältigenden Hass auf die Moderne", seien das Markenzeichen des 1994 verstorbenen Philosophen Nicolas Gomez Davila, bereitet uns Jens Jessen auf den fulminanten Anschlag auf die westlichen Werte und Tabus vor, mit dem man sich bei der Lektüre des Kolumbianers konfrontiert sieht. "Um den Patienten heilen zu können, den sie im 19. Jahrhundert verwundete, musste ihn die Industriegesellschaft im 20. Jahrhundert verblöden", lautet einer dieser Generalangriffe, deren Ziel oftmals die Demokratie ist. In dem nun erschienenen Band mit längeren Schriften lege Gomez Davila den ganz und gar nicht aufgeklärten Glaubenssatz der Demokratie frei, dass im Mehrheitsprinzip "eine höhere, quasigöttliche Vernunft zur Geltung kommt", berichtet Jessen und warnt: Wer nach Lösungen und Auswegen sucht, ist bei diesem Philosophen fehl am Platz. Denn Gomez Davila sei kein Revolutionär, sondern "Reaktionär" - er erschüttert von einer katholischen Warte aus die nicht mehr hinterfragten Dogmen der modernen Welt, wobei es, versichert Jessen, nicht notwendig ist, den "rebellischen Katholizismus" des Kolumbianers zu teilen, "um mit Erschrecken die Wahrheit mancher Diagnosen wahrzunehmen".
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