Aus dem kolumbianischen Spanisch von Klaus Laabs. Der Ich-Erzähler, ein gebildeter, älterer Mann, streift mit Alexis, seinem jungen Geliebten, durch die trostlosen Slums von Medellin. Wohin sie auch gehen, sie hinterlassen stets eine Blutspur. Der Taxifahrer wird frech? Das wird mit dem Tod bestraft. Andere haben sich nichts zuschulden kommen lassen, ihr bloßes Vorhandensein wird ihnen zum Verhängnis. Doch auch den engelschönen, fast noch kindlichen Mörder wird sein Schicksal ereilen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2001
Höchst eigenwillig findet Uwe Stolzmann den schmalen Prosaband des kolumbianischen Schriftstellers Fernando Vallejo. Voller Wut und in tiefen Schmerz schreibe hier einer, der die entsetzlichen Lebensverhältnisse in seiner Heimatstadt Medellin, "der gewalttätigsten Stadt der Welt", zu schildern trachte. Der Ton des Erzählers ist kalt, so kalt und herzlos wie die Menschen, denen er begegnet. Und doch, meint der Rezensent, schwingt trotz allen Hasses Zärtlichkeit mit, ist die Erzählweise zugleich provokant und voller Poesie. Vallejo habe hier ein Meisterstück vorgelegt, das zugleich verstört und fasziniert. Ein "atemberaubendes Stadtporträt, Pamphlet, Poem, Report, Essay, ein skandalöses Werk voller Licht und Dunkelheit", lobt der Rezensent.
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