Nicola Karlsson

Licht über dem Wedding

Roman
Cover: Licht über dem Wedding
Piper Verlag, München 2019
ISBN 9783492059411
Gebunden, 320 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ein Hochhaus in Berlin. Zwischen S-Bahnhof und tristen Grünanlagen prallen Welten aufeinander. Hannah verdient ihr Geld mit einem Modeblog und lebt erst seit kurzem hier. Dem alleinerziehenden Wolf ist von seiner Zeit im Nachtleben nur der Alkohol geblieben. Und seine Tochter Agnes will weder von ihm noch von dem Püppchen aus dem 10. Stock etwas wissen. Und doch kreuzen sich ihre Wege. Sie verbindet die existenzielle Einsamkeit der Großstadt. Sie sind auf der Flucht und zugleich wie getrieben auf der Suche. Sie ahnen, dass es jemanden gibt, der ist wie sie. Und trotzen dem Leben eine Überraschung ab.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.03.2019

Rezensent Björn Hayer glaubt, dass Nicola Karlssons neuer Roman über drei abgehängte Existenzen im ehemaligen Berliner Arbeiterviertel Wedding der "neuen Ernsthaftigkeit" angehört. Ob es um Wolf geht, der den Verlust seiner Frau in Alkohol ertränkt, dessen Tochter, die aus ihrem Drogenumfeld keinen Halt bekommt und von der Schule verwiesen wird, oder um die mittellose Modebloggerin Hannah - die Ironie, die man in den zeitgenössischen Werken über Angehörige unterer Schichten oftmals antreffe, weiche hier der schonungslosen Beschreibung der Wahrheit trauriger Verhältnisse. Dass er so gezwungen war, ganz genau hinzusehen, wo üblicherweise "Verdrängung einsetzt", hat dem Rezensenten ein intensives, äußerst wertvolles Lektüre-Erlebnis beschert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2019

Rezensentin Hannah Bethke ist erschüttert von Nicola Karlssons Wedding-Roman. Die prekäre soziale Wirklichkeit aus Alkoholismus und Gewalt am Rand von Mitte vermag ihr die Autorin zwar nur in melodielos aneinandergereihten, kurzen Sätzen ohne viel Stil zu vermitteln, dafür wirken die parallel erzählten Geschichten und die Figuren im Buch aber umso eindringlicher, klischeefrei und verstörend auf Bethke. Wenn die Autorin zwischenzeitlich dazu ansetzt, assoziativ zu schreiben und ihre Sätze noch weiter zu verkürzen, entgleitet ihr die Story allerdings, meint die Rezensentin.
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