Volker Kutscher

Rath

Der zehnte Rath-Roman
Cover: Rath
Piper Verlag, München 2024
ISBN 9783492074100
Gebunden, 624 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Gereon und Charlotte Rath warten im Herbst 1938 nur noch auf den richtigen Moment, Deutschland zu verlassen. Doch Gereon, der sich seit seiner Rückkehr aus den USA in Rhöndorf am Rhein versteckt hält, will seinen im Sterben liegenden Vater nicht im Stich lassen. Und Charly sucht ihren ehemaligen Pflegesohn Fritze, der ausgerissen ist und unter Mordverdacht steht. Als sich die Lage in Berlin zuspitzt, muss Gereon sein Versteck verlassen und Charly zu Hilfe kommen. Er muss zurück in eine Stadt, in der er in Lebensgefahr ist. Und dann brennen in einer nebligen Novembernacht die Synagogen …

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.01.2025

Rezensent Gereon Asmuth ist Fan der Gereon-Rath-Krimis Volker Kutschers, und auch der neue gefällt ihm insbesondere darin, wie er die Sozialgeschichte der Nazizeit - konkret etwa eine Massendeportation von Juden und Jüdinnen an die polnische Grenze bereits im Jahr 1938 - in Form einer populären Spannungserzählung aufbereitet. Allerdings sollte man, rät er, die Lektüre keineswegs mit diesem neuen, zehnten Band, der auf die antisemitische Pogromnacht 1938 zuläuft, beginnen, sondern vielmehr mit den ersten Bänden. Konsequenterweise erfahren wir denn auch kaum etwas über die Handlung des Bandes, nur ganz knapp weist Asmuth darauf hin, dass es um zwei ermordete Hitlerjungen geht und dass auch die Liebesgeschichte zwischen Rath und Charly eine Fortsetzung findet. Ansonsten will Rath diesmal vor allem darstellen, wie immer mehr Menschen den Nazismus als eine Normalität akzeptieren, erklärt der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.11.2024

Rezensent Hanns-Georg Rodek freut sich jetzt schon auf die Verfilmung von Volker Kutschers letztem Band der Rath-Reihe. Bis dahin hält ihn der Roman in Bann, in dem der Autor sage und schreibe sechs seiner Hauptpersonen über die Klinge springen lässt. Alles muss ein Ende haben. Wie Kutscher das anstellt, hat für Rodek einmal mehr den Drive des frühen Kinos, mit Cliffhangern und jeder Menge Suspense. Und befriedigend ist es für Rodek trotz der Wehmut, die darin steckt, all den liebgewonnenen Figuren nun für immer Adieu zu müssen. Wie der Autor die Fäden zwischen ihnen immer wieder neu spannt und arrangiert, ist allemal lesenswert, findet Rodek.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.10.2024

Rezensentin Ivana Sokola bedauert, dass Volker Kutschers Reihe um den Kommissar Gereon Rath mit diesem zehnten Band nun zum Ende kommt. Der Roman setzt im September 1938 ein, der nach Amerika geflohene und für tot erklärte Rath kehrt undercover nach Berlin zurück, um sich um seine Frau Charly zu kümmern, die in ein Konzentrationslager verschleppt wurde, erfahren wir. Die Atmosphäre, die Sprache sind rauer geworden, das Misstrauen nimmt zu, insbesondere nach der Reichspogromnacht, die eindrücklich geschildert wird, so Sokola, die den geschickten, spannungsreichen Aufbau des Buches lobt, aber auf einige redundante Details hätte verzichten können, die schon aus den Vorgängerbänden bekannt sind. "Man wünscht sich eine Fortsetzung", schließt sie.