Zum einzigen Ergebnis weitergeleitet

Neil Belton

Ein Spiel mit geschliffenen Klingen

Roman
Cover: Ein Spiel mit geschliffenen Klingen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783100056054
Gebunden, 457 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Dublin 1941: Bomben fallen und erinnern an den Krieg auf der anderen Seite des Meeres, Tod liegt in der Luft. Doch die von Armut umzingelte Insel hat einen merkwürdigen Gast: Erwin Schroedinger, der österreichische Physiker und Nobelpreisträger, hat hier vor den Nazis Zuflucht gefunden, er, seine Frau, die Geliebte und die Tochter. Wissenschaft ist ihm ein Spiel, bei dem die Wirklichkeit der Einsatz ist, ein Spiel mit scharfen Klingen. Doch so sehr er die entschiedene Schönheit mathematischer Gleichungen bewundert, sein Seelenleben kennt keine Klarheit, die Vergangenheit sucht ihn heim, und die Gegenwart hält ihn im Bann. An den Wegkreuzungen von Politik und Wissenschaft, von Erinnerung und Leidenschaft erspürt Neil Belton die existenzielle Heimatlosigkeit Erwin Schroedingers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2007

Rezensent Kai Wiegandt hat das Buch um den angesichts der politischen Lage um 1940 an seiner Arbeit zweifelnden Physiker Erwin Schrödinger als Ideenroman, Lovestory und historische Fiktion zugleich gelesen. Konfliktreich und packend erzählt findet er das. Außerdem gefällt ihm, wie der Autor sich und dem Text die Vielfalt der Person zunutze macht und Schrödinger quasi als Künstler auftreten lässt. Einblicke in das Irland von Schrödingers Exiljahren nimmt der Rezensent gerne mit, wenn sie ihm auch arg melancholisch vorkommen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.07.2007

Auch wenn Titel und Hauptfigur - der österreichische Physiker Erwin Schrödinger - von Neil Beltons Roman "Ein Spiel mit geschliffenen Klingen" dies nahelegen, handelt es sich nicht um einen Agentenroman. Das stellt Rezensent Manuel Karasek gleich zu Beginn klar. Beltons Roman über Schrödingers Aufenthalt im irischen Exil 1941 scheint ihm eher das Porträt eines unglaublich talentierten und hellsichtigen, aber zugleich auch sehr schwachen und haltlosen Mannes. Er attestiert dem Autor, sein Material gut im Griff zu haben, zumindest solange es sich im Schittpunkt zwischen den persönlichen Belangen der Figuren und dem historischen Drama bewege. Passagen, in denen dies nicht der Fall ist, wirken auf ihn oft ein wenig "trivial". Demgegenüber lobt er Beltons souveräne Beschreibung des "scheinbar entpolitisierten Dornröschenschlafs" Irlands während des Zweiten Weltkriegs.