Nathaniel Rich

Losing Earth

Cover: Losing Earth
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783737100748
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Willi Winkler. Die Klimakatastrophe, die wir jetzt erleben, hätte verhindert werden können. Vor dreißig Jahren gab es die Chance, den Planeten zu retten - doch sie wurde verspielt. Nathaniel Rich schildert in seiner Reportage, wie es zu diesem wahrhaft globalen Versagen kam. Wir folgen einer Gruppe von Wissenschaftlern, Aktivisten und Politikberatern rund um den Umweltlobbyisten Rafe Pomerance und den Nasa-Forscher James Hansen, die Ende der siebziger Jahre erstmals erkennen, dass sich die Erderwärmung desaströs beschleunigt, aber auch, was dagegen zu tun ist - beinahe alles, was wir heute darüber wissen, stammt aus dieser Zeit. Rich schildert ein Jahrzehnt erbitterter Kämpfe um Öffentlichkeit, Anerkennung, politische Maßnahmen - und wie diese 1989, kurz vor dem Durchbruch, tragisch scheitern.
Eine historische Reportage, die aktueller nicht sein könnte: Wir bekommen in den kommenden Jahren das zu spüren, was vor drei Jahrzehnten versäumt wurde - so wie unser gegenwärtiges Scheitern das Schicksal des Planeten in naher Zukunft besiegelt. Die Erde in ihrer heutigen Gestalt ist bereits verloren, sie wurde damals verloren - und so erzählt Rich hier die Geschichte eines beispiellosen Menschheitsversagens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2019

Burkhard Müller kann Nathaniel Richs Buch über die verpasste Chance zur Rettung der Welt nicht empfehlen. Zu dramatisch, zu einseitig und viel zu bequem erscheint ihm, was Rich da herbeikonstruiert, um quasi theologisch von Sündenfall und Apokalypse zu faseln. Das geht für Müller schon Richtung Fake News. Wenn der Autor die Klimakonferenz von Noordwijk 1989 als versäumten Wendepunkt und Bushs Stabschef als Teufel darstellen will, gegen den treueengagierte Wissenschaftler vergeblich zu Felde ziehen, glaubt ihm Müller kein Wort. Hauptsache Rich hat seine Story mit Schurke, Held, Opfer? Ohne mich, meint der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2019

Rezensent Christian Schwägerl liest schockiert und wütend die trockenen Tatsachen, die Nathaniel Rich in seinem Buch versammelt, etwa, dass Exxon 1982 den heutigen CO2-Wert exakt prognostizierte und dass dennoch nichts geschah. Richs Bezugspunkt ist laut Schwägerl sogar das Jahr 1979, als die Umweltagentur EPA die Gefahren durch die Nutzung fossiler Brennstoffe ziemlich genau erkannte. Für den Rezensenten kaum zu fassen, aber leider wahr, wie ihm der Autor akribisch nachweist. Die Verhinderungsmechanismen der Politik und Wirtschaft liefert Rich gleich mit, meint Schwägerl, wenngleich nicht immer deutlich genug. Verstehen kann und sollte man die Ignoranz aber ohnehin nicht.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.04.2019

Rezensent Volkart Wildermuth empfiehlt das Buch von Nathaniel Rich, damit keiner sagen kann, er hätte nichts gewusst vom Klimawandel und den damit zusammenhängenden politischen Lügen. Was sich zwischen 1979 und 1989 in Sachen Klimapolitik tat oder auch nicht, vermittelt der Autor laut Rezensent lebendig und detailreich anhand von Interviews. Aktuell ist das Thema schon wegen seiner Bezüge zu "Fridays for Future", findet Wildermuth. Greta Thunberg würde er gerne ein Exemplar des Buches schenken, damit die Aktivistin lernt, worauf es bei der nächsten Klima-Konferenz ankommt.

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