Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2000
Für Franz Haas hat dieses Buch zahlreiche Stärken und Schwächen - wobei Letztere für ihn eindeutig überwiegen. Zwar habe Ginzburg hier die römische Mittelschicht um 1980, in der viel parliert wird, um die Einsamkeitsgefühle nicht übermächtig werden zu lassen, treffend portätiert. Auch die Gleichgültigkeit, die trotz der ausufernden Briefkommunikation besteht, vermittelt sich hier in seinen Augen deutlich. Aber vor allem das Konzept des Briefromans findet Haas keineswegs überzeugend. Es leuchtet ihm überhaupt nicht ein, wieso die Personen sogar innerhalb der Stadt Rom per Briefverkehr kommunizieren (und dass, obwohl in Italien Briefe mitunter Wochen benötigen, bis sie zugestellt werden!), anstatt zum Telefonhörer zu greifen. Außerdem hapert es seiner Ansicht nach deutlich an einer plausiblen Chronologie. Aber vielleicht sei das der Autorin in ihrem Alterswerk ja auch völlig egal. "Authentisch spröde wie das Original" ist auch die Übersetzung, meint Haas.
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