Die späten 1960er Jahre in Frankfurt sind politisch und gesellschaftlich turbulente Zeiten, in denen alte Gewissheiten ins Wanken geraten. Erst recht für Mahtab, die ein Jahrzehnt zuvor mit ihrem Mann und ihren drei Kindern aus Iran eingewandert ist. Nassir Djafari zeigt sich auch in seinem zweiten Roman als versierter und einfühlsamer Erzähler, der die Entwicklung seiner Hauptfigur stimmig und spannend schildert und sie dabei mit kritischer Sympathie begleitet.
Rezensentin Shirin Sojitrawalla kommt in ihren Porträt des Autors Nassir Djafari immer wieder auch auf seinen Roman "Mahtab" zu sprechen. Es ist das dritte Buch des deutsch-iranischen Volkswirts, der lange für die Kreditanstalt für Wiederaufbau gearbeitet hat und sich erst spät dem Schreiben zuwandte. Interessant findet Sojitrawalla, wie sich der Clash der Kulturen in seinem Roman niederschlägt: Dessen Protagonistin Mahtab ist eine Iranerin um die vierzig, die als Emigrantin in Frankfurt die Studentenproteste erlebt und mit der respektlosen Lockerheit der deutschen Achtundsechziger schwer klarkommt, wie Sijitrawalla erklärt. Sie liest dem Roman mit wohlwollender Zuneigung.
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