Anhand fiktiver Frauenschicksale und den wichtigen historischen Ereignissen erzählt die Historikerin und Journalistin Nadine A. Brügger den langen Weg zur Gleichstellung in der Schweiz nach und macht ihn somit unmittelbar erlebbar - und zwar über eine Zeitspanne von 1846 bis 2019. Hélène, Emerita, Luisa, Véronique, Elsa, Thea, Inez und Amara: Sie sind keine Leuchtgestalten des Feminismus, sondern ganz gewöhnliche Frauen. Sie entstammen verschiedensten gesellschaftlichen Schichten, wachsen in unterschiedlichen Kantonen und in unterschiedlichen Epochen auf. Kampf, Streik, Stimmrecht: Nur wenn wir verstehen, warum die Schweiz so lange brauchte, um das Frauenstimmrecht einzuführen, können wir verstehen, warum dieses Land sich noch immer schwertut damit, seine Frauen und Männer gleichwertig zu behandeln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2021
Urs Hafner liest zwei weitere Bücher, die zum 50-jährigen Jubiläum des Frauenstimmrechts erscheinen und die daran arbeiten, wie er frohlockt, dem alten Schweizer Dreigestirn von "1291, Wilhelm Tell und Winkelried" ein neues zur Seite stellen: 1971, Iris von Roten und Julie Ryff. Letztere porträtiert Franziska Rogger kundig in ihrer engagierten Biografie, wie Hafner befindet. Aber auch wenn er viel Faktisches über die Feministin, Wirtstochter und 13-fache Mutter erfährt, die das Berner Frauen-Comité gründete, hätte er sich doch ein bisschen mehr Erzählung und vor allem mehr Deutung gewünscht: Was für ein Mensch war Julie Ryff? Was ist ihre Geschichte?
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