Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Was tun, wenn die von einem selbst erfundene Figur plötzlich empört an der Haustür klingelt? Und wie kann es passieren, dass man im eigenen Haus zum Butler wird? Was, wenn ein Gespenst als Patient in die Praxis kommt? Und wenn der eigene Chef einem immer weniger geheuer vorkommt? Muriel Spark kennt wie keine andere die Tücken des Alltags und der Fantasie, und ihre "Helden" greifen zu höchst ungewöhnlichen Mitteln, um mit der Wirklichkeit fertig zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2002
Bei der 1918 geborenen und 1954 zum Katholizismus übergetretenen schottischen Schriftstellerin Muriel Spark ist "Übersinnliches" stets Teil ihrer Werke, weiß Thomas David. Und so verleiht die Autorin in ihrem neuen Erzählungsband, den Hans-Christian Oeser "mit großer Geistesgegenwart" ins Deutsche übersetzt habe, einmal mehr Gespenstern und unsteten Geistern Konturen, freut sich der Rezensent. Ihm haben es besonders die beiden Erzählungen "Der junge Mann, der das Geheimnis des Lebens ergründete" und "Der perlweiße Schatten" angetan. Auch wenn manches darin zunächst "lapidar" oder "kauzig" wirke, verberge sich dahinter doch ein "tieferer Sinn". Spark schreibt ihren Geschichten eine "Metaphysik" ein, die zwar stark von der "christlichen Ikonographie" geprägt ist, aber keinesfalls darauf beschränkt bleibt, lobt der Rezensent, der fest davon überzeugt ist, dass sich Sparks wundersamem Wechselspiel zwischen Sinn und "Übersinnlichem" kein Leser entziehen kann.
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