Klappentext
Die freiheitliche Demokratie und ihre Feinde"People gone mad" - die Leute sind verrückt geworden. Wer hätte das zuletzt nicht schon gedacht? Moshe Zimmermann nimmt nicht den einzelnen Menschen, sondern ganze Gesellschaften, "das Volk", in den Blick: Wo ist der Kipppunkt, was ist der Auslöser, dass scheinbar gefestigte Demokratien mit einer starken Zivilgesellschaft ins Wanken geraten, gefährliche Populisten die Oberhand gewinnen oder gar ein faschistischer "Führer" die Macht ergreift? Was bringt Menschen dazu, sich von hart erkämpften Grundwerten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität abzuwenden?Angesichts einer bedrohlichen Gegenwart unter einer wachsenden Zahl von autoritären Regimen analysiert Moshe Zimmermann markante historische Beispiele wie die Dreyfus-Affäre in Frankreich, den McCarthyismus in den USA, die Weimarer Republik in Deutschland und die Umdeutung des Zionismus in Israel. Der renommierte Historiker zeigt, wie wir den Feinden der Demokratie auf die Spur kommen können, bevor es zum "point of no return" kommt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.05.2026
Moshe Zimmermann untersucht in seinem neuen Buch, so Rezensentin Katharina Teutsch, wie die Demokratie sich selbst zerstört. Weniger geht es ihm dabei um manipulative Politiker als um diejenigen, die sie wählen, also um Menschen, die demokratiefeindliche Politik an der Wahlurne erst ermöglichen. Das Buch handelt also von Stimmungen, die Zimmermann in acht historischen Kapiteln nachzeichnet, der Bogen spannt sich von der Dreyfus-Affaire über die Nazizeit bis in die Gegenwart, wo die Wahl Netanjahus 1996 in Israel als ein Schlüsselmoment für den neuen Rechtspopulismus identifiziert wird. Die Rezensentin folgt Zimmermann mit Interesse - nur dass er als Gegenmittel nicht mehr als "Aufklärung, Erziehung, Sozialisation" und Ähnliches anzubieten hat, enttäuscht sie doch ein bisschen.
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