Morris Berman

Finstere Zeiten für Amerika

Ende einer imperialistischen Ära
Cover: Finstere Zeiten für Amerika
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783936428506
Gebunden, 528 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Petra Post und Andrea von Struve. Um nichts weniger als den Niedergang der Vereinigten Staaten als Großmacht geht es Morris Berman, der mit harter Kritik an den gesellschaftlichen und politischen Zuständen in den USA nicht spart. Die Situation vor und nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001, die Hintergründe, Ursachen und Folgen dieses Ereignisses bilden die zentralen Bezugspunkte für die Argumentation des Autors.
Die Wurzel allen Übels sieht Berman im täglichen Leben der Amerikaner, in ihren Wertvorstellungen, ihrem mangelnden historischen Bewusstsein, ihren simplen Anschauungen in einer komplexer gewordenen Welt. Dahinter verbergen sich vor allem Übersättigung durch die Medien, ein eklatanter Bildungsmangel sowie die Verrohung der amerikanischen Gesellschaft. Berman verknüpft seine soziologischen Betrachtungen der amerikanischen Lebensart, den "Mikrophänomenen", mit sogenannten "Makrophänomenen" wie zum Beispiel der Außenpolitik der USA und zeigt anschaulich, wie sehr sich Makro- und Mikrokosmos gegenseitig beeinflussen.
Nach Ansicht des Autors zeichnet sich jetzt bereits ab, dass die USA von Europa und China überholt und auf kulturellem sowie ökonomischem Gebiet zu einer Randfigur werden. Die Untersuchung kultureller, wirtschaftlicher, militärischer und soziologischer Faktoren zeigt überraschend schlüssige und beängstigende Ergebnisse, die uns in dieser globalisierten Welt alle angehen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.01.2006

Kein gutes Haar lässt der Kunsthistoriker Morris Berman am eigenen Land. Nichts, was in den USA glänzt, ist wirklich Gold - so könnte man, der Darstellung des Rezensenten Frank Lübberding folgend, sein Buch wohl zusammenfassen: Die Blüte der Wirtschaft verdankt sich dem Pump und der Ausbeutung. Ein soziales Netz gibt es beinahe nicht, die Folge ist umfassende Unsicherheit. Wichtige Kulturtechniken verschwinden, historisches oder geografisches Wissen ebenso wie die Fähigkeit zur Textanalyse. Der Grund ist einfach, nämlich die durchgehende "Kommerzialisierung sozialer Beziehungen". Es herrschen nur noch Profit und Konkurrenz - die gegenwärtige Politik ist eine logische Folge davon. Bei der Suche nach historischen Ursachen wird der Autor bei den Gründervätern fündig. Der Rezensent widerspricht Berman im Grundsätzlichen nicht, macht jedoch vorsichtig darauf aufmerksam, dass es durchaus "gegenläufige Strömungen" gibt. Er warnt davor, dass in Deutschland die Kritik an Amerika rasch in pauschalen Antimodernismus umschlägt - lobt Morris Berman aber dennoch als "amerikanischen Patrioten".
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