Klappentext
Aus dem Französischen von Elmar Tophoven. Themen wie Kindheit, Freundschaft, Identität und Sexualität verbindet Wittig mit der Überwindung tradierter Geschlechterrollen und begeisterte damit prominente Kolleginnen wie Nathalie Sarraute und später Judith Butler, die Wittig in "Das Unbehagen der Geschlechter" ein eigenes Kapitel widmete.Der mit dem Prix Médicis ausgezeichnete Roman hat bis heute nichts von seiner Relevanz eingebüßt und ist nun endlich wieder auf Deutsch erhältlich.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.05.2026
Rezensentin Nora Karches freut sich, diesen Roman von Monique Wittig sechzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nun endlich auch wieder auf Deutsch lesen zu können: Wittig erzählt darin von dem lesbischen Begehren zweier junger Mädchen, Handlung an sich gibt es aber gar nicht so viel. Es geht Wittig, wie wir von Karches erfahren, viel mehr darum, mittels des unbestimmten Personalpronomens on, im Deutschen man, die Geschlechtergrenzen der Sprache zu irritieren und zu überwinden - damit setzt sie früh einen Auftakt für etwas, das in der queeren Literatur unserer Zeit etwa von Kae Tempest wieder aufgegriffen wird. Die Rezensentin fühlt sich auch an Annie Ernaux erinnert und empfiehlt unbedingt, diese frühe Auseinandersetzung mit der Frage zu lesen, wie sich weibliches Leben und weibliches Begehren literarisch schreiben lassen.
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