Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518432990 Gebunden, 390 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Conny Lösch. Rothko Taylor ist wieder angeschwemmt worden, in Edgecliff, der rauen Kleinstadt an der Küste. Vor zwanzig Jahren hatte Rothko sie verlassen. Und auf einmal nähert sich die Vergangenheit in rasender Geschwindigkeit: die Kids auf den Skateboards genau wie früher, die gesplitterten Bänke mit Blick raus aufs Meer, wo Mum mit den Dosen im Klammergriff saß. Der eine nette Ort der Stadt, an dem der Vater nichtsdestotrotz gescheitert ist bei dem Versuch, ein glückliches Zuhause zu errichten. Und dann der Häuserblock von Dionne. Die schöne, außergewöhnliche Dionne, der einzige Mensch, der Rothko jemals wirklich angeschaut und gesehen hat, was da war. Damals war dey überwältigt, von der schieren Angst, sank unter die Oberfläche ins Chaos. Doch dey hat es lebendig wieder rausgeschafft. Und dieses Mal ist Rothko felsenfest entschlossen, dass es anders laufen wird.In Ein Leben lang gesucht erzählt Kae Tempest sprachgewaltig und unnachahmlich von Familie und Vergebung, Erlösung und Sühne, Sehnsucht und Hingabe. Von den Dingen, die wir suchen, wenn wir uns verstecken, und von dem, was uns findet, wenn wir uns sehen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2026
Kann ein Roman tröstlich sein, in dem es so viel um den Schmerz geht? Auf jeden Fall, stellt Rezensentin Karin Janker bei der Lektüre von Kae Tempests neuem Buch fest: Im Mittelpunkt steht Rothko, eine nicht-binäre Person, die die Pronomen dey/demm/deren benutzt, was für Janker nur am Anfang eine Umstellung ist. Tempest selbst ist trans, doch der Roman ist nicht einfach aktivistisch, versichert Janker. Ihr gefällt, wie Tempests lebendige, genau hinsehende Sprache Empathie schafft, zum Beispiel für Körper, die "gebaut wie ein gespaltener Blitz" aussehen. Und natürlich sind hier auch wieder jene Sätze Tempests zu lesen, die wie Fausthiebe sitzen, versichert die Rezensentin. Ihr Lob findet auch Tempests sensibler Blick für die Liebe zu Eltern, Fremden, sich selbst, den Partnerinnen und Partnern und auch für unvergleichlich schöne Sexszenen, in denen sich Schmerz in Zuneigung verwandelt. Ein Roman, der für Janker zutiefst menschlich und wohltuend ist.
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