Herausgegeben von Angelika Lozar und Sybill DeVito-Egerland. Der vorliegende Band vereinigt in leicht überarbeiteter Form drei Vorträge, die im Juni 2003 auf einer Tagung im brandenburgischen ehemaligen Zisterzienserkloster Lehnin zu Ehren des international renommierten Mittellateinischen Philologen Fritz Wagner anlässlich seiner Emeritierung gehalten wurden. Das Spektrum der Beitragsthemen, das von aktuellen Fragen und Problemen der mittelalterlichen Baugeschichte (G. Binding) über christliche Blutwunderberichte (W. Köhler) aus der Sicht der heutigen Naturwissenschaft bis zu "Gedanken zur Entstehung der italienischen Renaissance" (C. Zintzen) reicht, spiegelt das breite Forschungsspektrum Fritz Wagners wider, das weit über die Grenzen einer im strengen Sinne betriebenen Mittellateinischen Philologie hinausgeht. Eingeleitet wird der Band durch "laudationes", die aus unterschiedlicher Perspektive seine Gelehrtenpersönlichkeit und seine wissenschaftliche Laufbahn würdigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2004
Frank-Rutger Hausmann zeigt sich hocherfreut, dass diese "kleine, aber feine" Festschrift zu Ehren des Emeritus Fritz Wagner sich nicht als Plattform für anderweitig nicht unterzubringende Aufsätze versteht, sondern mit seinen drei Aufsätzen veritable Beiträge zum Mittelalter und zur Renaissance zu bieten hat. Der erste der drei Aufsätze befasst sich mit der Baugeschichte des Klosters St. Gallen und liefert auf diesem Wege einen "wichtigen Beitrag zur architektonischen Begriffsgeschichte", wie der Rezensent lobt. Auch die Untersuchung der "Blutwunder" im Mittelalter von Werner Köhler und der letzte Beitrag von Clemens Zintzen, der sich anhand der Florentiner Renaissance mit den "Bedingungen" unter denen "neue Kulturen entstehen" beschäftigt, überzeugen Hausmann als "fesselnde" Darlegungen. Am meisten aber freut den Rezensenten, dass alle drei Aufsätze demonstrieren, "wie man solide Philologie für eine übergreifende Kulturgeschichte nutzbar machen kann".
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