Helmut Glück

Deutsch als Fremdsprache in Europa

Vom Mittelalter bis zur Barockzeit
Cover: Deutsch als Fremdsprache in Europa
Walter de Gruyter Verlag, Berlin, New York 2002
ISBN 9783110170849
Gebunden, 606 Seiten, 34,95 EUR

Klappentext

Mit 22 Abbildungen. Helmut Glück stellt in seinem Buch ausführlich dar, warum und mit welchen Mitteln in früheren Jahrhunderten, lange vor der Etablierung des Universitätsfaches "Deutsch als Fremdsprache", Menschen Deutsch lernten. Er stützt seine materialreiche Untersuchung auf eine Vielzahl z. T. entlegener Quellen aus Dichtung, Briefliteratur und Historiographie, die er erstmals systematisch auf ihre Aussagen zum Spracherwerb hin befragt. Reich an Originaltexten und Abbildungen, entwirft das Buch so ein spannendes Panorama des deutsch-europäischen Sprachkontakts von den frühmittelalterlichen Klöstern bis hin zur Hof- und Gelehrtenkultur des 18. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2004

Hans-Martin Gauger spricht dem Wissenschaftswälzer über die Genealogie einer Disziplin ungeahnte Schmökerqualitäten zu und lobt den dokumentarischen Eifer seines Autors: "Ungeheuer, was es da alles aufzuspüren gab und tatsächlich aufgespürt wurde!" Die Frage ist nur: Kann man wirklich jedes mittelalterliche Deutschlehrbuch als Urahn einer modernen akademischen Disziplin werten, die sich ja mit der "Sprache rein als solche" beschäftigt? Der Rezensent jedenfalls ist der Ansicht, dass für den Zeitraum von Glücks Studie das Interesse für die deutsche Sprache mit einem Interesse für deutsche Texte und Kultur identisch war - hierfür finde man nicht zuletzt in diesem ausgezeichnet informierten und "gut, zum Teil gar launig geschriebenen" Buch Belege zuhauf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002

In der Schilderung einiger amüsanter Anekdoten aus den Weiten des deutschen Sprachgebrauchs bis zur Barockzeit lässt Hermann Unterstöger deutlich erkennen, wie sehr es ihm dieses Buch angetan hat. Dabei, so Unterstöger, könnte so mancher Laie zunächst abgeschreckt reagieren, wenn er entdeckt, dass der Verfasser ein Professor für Deutsche Sprachwissenschaft, die Abhandlung ganze 600 Seiten stark und noch dazu mit einem stattlichen Literaturverzeichnis versehen ist. Doch der (allzu akademische) Schein trügt: Der Rezensent attestiert dem Autor Helmut Glück ein "Erzählgeschick", wie man es von einer Koryphäe kaum erwarte. Glück schaffe es problemlos, den Leser ans Buch zu fesseln und liefere denen, die das Lernen von Fremdsprachen als unnütz abtun, ausgezeichnete Gegenargumente. Deutschlehrer, erzählt Unterstöger, genossen oft wenig Ansehen. Es konnte sogar lebensgefährlich werden, wenn sie keiner weiteren Fremdsprache mächtig waren! Mit seiner Abhandlung füllt Glück eine große fachliterarische Lücke, erklärt der Rezensent, und wünscht sich auch eine Darstellung zu Deutsch als Fremdsprache in der Neuzeit, die in Glücks Buch ohne Zweifel eine gute methodische Grundlage fände. Das Werk ist für ihn ein "Aufschlag-, Les- und Lernbuch".
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