Mit dieser des spät-römischen "Endzeit"-Kaisers Anastasios I. macht der Autor deutlich, wie sich der Westen bis heute von der östlichen Welt grundlegend unterscheidet. Mit seinen mutigen wie drastischen Reformen gelang dem Kaiser eine nachhaltige Konsolidierung des strauchelnden Oströmischen Reiches. Während seiner Regierung vollzog sich der epochemachende Übergang des Imperium Romanum in das Byzantinische Reich. Zugleich wirft Meier den Blick auch auf Theoderich und die germanischen Nachfolgereiche sowie auf das persische Sassanidenreich. Die dramatischen Beziehungen zwischen Ostrom und den Päpsten werden ebenso behandelt wie die kriegerischen Auseinandersetzungen und geistigen Konflikte der spätrömischen Geschichte: eine Gesamtdarstellung der Spätantike als eine große Umbruchepoche.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2010
Joachim Käppner zeigt sich von Mischa Meiers Darstellung des byzantinischen Kaisers Anastasios I. sehr angetan und bejubelt den 39-jährigen Tübinger Professor mit Freude am Wortspiel als "Jungstar der deutschen Althistoriker". Meier hat es sich zur Aufgabe gemacht, den von der Geschichtsschreibung gering geachteten Kaiser zu rehabilitieren, und es gelingt ihm nach Meinung des Rezensenten, Anastasios als Propagandaopfer des Kaisers Justinian herauszuarbeiten. Sehr beeindruckend, lebendig und "beklemmend" wisse der Autor zudem, historische Szenen wie den Kampf um die Stadt Amida zu schildern oder verständlich zu machen, warum die religiösen Auseinandersetzungen der Zeit so erbittert geführt wurden, lobt Käppner. Historisch präzise, flüssig und fesselnd geschrieben und außerordentlich anschaulich findet der begeisterte Rezensent dieses Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Der oströmische Kaiser Anastasios I. gilt in der Geschichtsschreibung nicht als starke Figur. Nicht zuletzt kam es unter seiner Herrschaft zur Spaltung der christlichen Reichskirche. Es ging dabei um einen Streit, der das Verhältnis von göttlicher und menschlicher Natur Christi betraf. Es gelang Anastasios nicht, den Glaubensstreit zwischen der offiziellen Position des Konzils von Chalkedon (Christus als Gott und Mensch unvermischt) und den Monophysiten (verschmolzen) zu befrieden. Auch nicht dadurch, dass er sich auf die Seite der Monophysiten schlug. Autor Mischa Meier deutet diese Abkehr des Kaisers als Teil seiner insgesamt pragmatisch ostorientierten und die Wiedervereinigung des Reichs im Prinzip drangebenden Politik. Dem Rezensenten Andreas Kilb leuchtet diese neue und sehr positive Deutung der Stellung des Anastasios sehr ein, er lobt Meiers Studie als so "klug" wie "vorsichtig" und in jedem Fall "lesenswert".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2009
Voll des Lobes zeigt sich Stefan Rebenich angesichts einer Kaiser-Biografie, die für ihn Maßstäbe setzt. Die nicht nur Lebensbeschreibung ist, sondern Wechselwirkungen zwischen individuellem Handeln und historischer Lebenswelt aufzeigt und dadurch in die kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Grundlagen einer Epoche einführt, wie Rebenich begeistert erklärt. Wenn Mischa Meiers Darstellung des um 500 n. Chr. herrschenden byzantinischen Kaisers Anastasios I. darüber hinaus spannend ist, so liegt das für den Rezensenten nicht zuletzt daran, dass Anastasios beinahe vergessen war, obgleich er für den Erhalt des Römischen Reiches und insbesondere für die Stabilisierung im Osten Entscheidendes geleistet hat.
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