Aus dem Italienischen von Piero Salabé. Milo De Angelis ist eine der großen Stimmen der zeitgenössischen Lyrik in Italien. Illusionslos und melancholisch erzählt er voller Demut vom einfachen Leben in den Vororten von Mailand, vom flüchtigen Einklang der Menschen mit der Welt. Schemenhafte Figuren sprechen in einem Auto, einer Trambahn oder einem Bahnhof miteinander, Paare, die sich meist missverstehen, vor dem Hintergrund urbaner Landschaften mit ihren Bars, Fußballfeldern und neonbeleuchteten Kiosken. De Angelis, der hier eine Auswahl seiner besten Gedichte vorstellt, weiß, dass die Poesie selbst nur ein Talisman des Nichts ist, die es dennoch zu behaupten gilt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2014
Alltägliche, eher unscheinbare Orte sind es, die Milo De Angelis in seiner Lyrik aufsucht: städtische Randbezirke etwa, Gegensprechanlagen oder Sportplätze, berichtet Maike Albath. Wie der Mailänder Dichter dort eine sprachliche Harmonie "jenseits der wahrnehmbaren Wirklichkeit" herstellt, erinnert die hingerissene Rezensentin an keinen geringeren als den Literaturnobelpreisträger Eugenio Montale. Höchste Zeit also, dass der mittlerweile über sechzigjährige De Angelis auch hierzulande gelesen wird, meint Albath und freut sich über diesen bei Hanser erschienen "Querschnitt durch sein vielschichtiges Werk".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2013
Eberhard Geisler begrüßt diese Ausgabe mit Gedichten von Milo de Angelis, die nun "endlich" auf Deutsch erschienen ist. Er schätzt den 1951 in Mailand geborenen Autor als einen der bedeutendsten Dichter der italienischen Lyrik der Gegenwart. Mit Lob bedenkt er die schöne Aufmachung des Bandes und die prägnante Übersetzung von Piero Salabè. Für Geisler besteht die Faszinazion der Gedichte darin, dass sie bei aller Konfrontation mit dem Dunkel, mit Einsamkeit und Vergänglichkeit von einem Duktus der Transparenz und Nüchternheit sind, der die Lektüre zum "Genuss und Abenteuer" macht.
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